Umzug nach Spanien

Planst Du, dauerhaft auf der iberischen Halbinsel zu wohnen und zu arbeiten, dann wird Dir der Umzug nach Spanien dadurch erleichtert, dass das Land ebenso wie Deutschland EU-Mitglied ist.

Es gibt keine großen Hürden, wenn es um die Einreise mit all Deinen Möbeln und Habseligkeiten geht und auch Arbeiten in Spanien ist problemlos möglich. Einiges ist natürlich doch anders als hier in Deutschland.

Lies im folgenden Artikel, was Du bei einem Umzug nach Spanien wissen und beachten musst.

Wohnungssuche in Spanien

Im spanischen Mietrecht gilt Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass der Mietvertrag formfrei ist und auch mündlich abgeschlossen werden kann.

Da Du jedoch einen Nachweis des Wohnsitzes für die Anmeldung in Spanien brauchst, empfiehlt sich ein schriftlicher Vertrag, den Du gründlich prüfen solltest.

Auch wenn es im Detail Unterschiede gibt entspricht das Mietrecht im Großen und Ganzen den deutschen Regularien. Idealerweise suchst Du bereits von Deutschland aus eine Wohnung in Spanien, Anlaufstelle sind das Internet oder auf Spanien spezialisierte Makler.

Spedition für den Umzug nach Spanien

Für jeden Umzug hast Du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Du kannst ihn ganz oder teilweise von einer Spedition durchführen lassen oder den Umzug in Eigenregie regeln. Der große Vorteil einer erfahrenen Auslandsspedition: Sie kennt alle Bestimmungen und Regularien, zum Beispiel im Straßenverkehr oder hinsichtlich der Zoll- und Einfuhrbestimmungen.

Während die Spedition den Umzug über die Bühne bringt, kannst Du Dich auf die vielen weiteren Aufgaben konzentrieren, die bei einem Umzug auf Dich zukommen. Lass Dir von den Unternehmen mehrere Angebote machen und achte darauf, dass die angebotenen Leistungen auch wirklich vergleichbar sind.

Für eine genaue und zuverlässige Kalkulation solltest Du die Anbieter Deiner Wahl über Besonderheiten auf der Wegstrecke wie auch hinsichtlich Lage und Erschließung Deiner neuen Wohnung informieren. Landkarten, Pläne und Fotos sind hier hilfreich.

Beim Umzug in Eigenregie kannst Du die Einwegmiete nutzen, die viele Auto- und Lkw-Vermietungen anbieten. Du kannst das Auto an Deinem deutschen Wohnort anmieten und am Zielort in Spanien bequem wieder abgeben. Auch hier solltest Du die Preise gründlich vergleichen und so den besten und wirtschaftlichsten Anbieter ermitteln.

Umzug mit dem Auto

Dein Auto kannst Du in Spanien problemlos anmelden, als Neu-Resident solltest Du Dir dafür nicht mehr als einen Monat Zeit lassen.

Folgende Schritte sind zur reibungslosen Anmeldung bei einem Umzug nach Spanien nötig:

  • Besorge Dir die „Certificado de caracteristicas“, die Charakteristika Deines Fahrzeuges in spanischer Sprache. Fündig wirst Du zum Beispiel beim spanischen Vertragshändler für Deine Automarke. Damit fällt der Zulassungsbehörde die Typenprüfung leichter und die Anmeldung geht meist schneller.
  • Lass Dein Auto beim ITV (dem spanischen TÜV) überprüfen und abnehmen. Neben der Typenprüfung, benötigst Du Deine Zulassungsbescheinigung.
  • Bezahle beim zuständigen Finanzamt die Anmelde- und Kfz-Steuer, auf Spanisch „Impuestos des Matriculación“ und „Impuesto Municipal“

Das örtliche Straßenverkehrsamt stellt Dir dann die Betriebserlaubnis für Dein Auto aus. Besitzt Du Dein Fahrzeug bereits mehr als sechs Monate, zählt es zum privaten Umzugsgut und ist von Steuern und Abgaben befreit.

Dies gilt allerdings nur dann, wenn Du Dein Auto innerhalb eines Jahres nach Anmeldung in Spanien nicht verkaufst. Ansonsten wird die Mehrwertsteuer fällig.

Zölle und Steuern fürs Umzugsgut

Bei einem Umzug innerhalb der Europäischen Union fallen für privates Umzugsgut keine Steuern an. Du musst für die Einreise eine detaillierte Bestandsliste in Deutsch und Spanisch verfassen, bei technischen Waren kann die Angabe des Wertes sinnvoll sein.

Besonders dann, wenn Dein Home Office mit umzieht, solltest Du für die Technik Belege und Quittungen parat haben, denn der Zoll fragt gerne nach und möchte Unterlagen und Nachweise für die Waren haben.

Nicht einführen darfst Du Waffen, bringst Du Bargeld über 10.000 Euro mit, musst Du dieses ebenfalls anmelden. Falls Du in Spanien nur einen Zweitwohnsitz anmelden möchtest, gelten andere Regeln. Dann können Zollgebühren in Höhe von 12 % auf Dich zukommen.

Haustiere wie Katzen und Hunde müssen für die Einreise gechipt oder tätowiert sein. Mit einem EU-Heimtierpass bestätigst Du die Identität und weist die letzte Tollwutimpfung nach. Kleintiere wie Nager oder Vögel dürfen ohne weitere Auflagen einreisen.

Anmelden in Spanien

Grundsätzlich darfst Du 90 Tage in Spanien bleiben, ohne dass besondere Formalitäten erforderlich sind.

Das gilt für Deutsche und auch für alle anderen EU-Bürger. Darüber hinaus musst Du beim Einwohnermeldeamt einen spanischen Wohnsitz beantragen.

Dein neuer Wohnsitz wird beim Ausländeramt oder durch die zuständige Polizeistation im Zentralregister für Ausländer eingetragen. Du erhältst darüber ein „Certificado de Ciudadano de la Unión“, das nur zusammen mit einem Ausweis gültig ist.

Außerdem erhältst Du eine „Numero de Identificacion de Extranjeros“ (NIE). Diese Nummer benötigst Du für die Eröffnung eines Bankkontos, für Deine Steuererklärung und für fast alle übrigen offiziellen Vorgänge.

Für die Anmeldung brauchst Du neben dem gültigen Personalausweis oder Reisepass einen festen Wohnsitz, den Du mit einem Mietvertrag oder einer Vermieterbescheinigung nachweisen kannst. Auch eine Rechnung vom Energieversorger gilt als Nachweis. Du kannst die NIE-Nummer übrigens auch außerhalb von Spanien bei den spanischen Botschaften oder Konsulaten beantragen.

Arbeiten in Spanien

Der Arbeitsmarkt ist in Spanien ebenso angespannt wie anderswo. Wenn Du also ohne Job ins Land einreist, solltest Du finanzielle Reserven für mehrere Monate oder einen guten Plan B besitzen. Die besten Chancen für einen Job gibt es in den Ballungsgebieten und in touristisch gut erschlossenen Gegenden.

Natürlich kommt es auch darauf an, welchen Beruf Du gelernt hast, gesucht werden medizinische Berufe und solche in der Tourismusbranche. In den Metropolen werden Akademiker und Ingenieure gesucht. Deine Chancen steigen natürlich auch mit Deinen Sprachkenntnissen.

Also denke frühzeitig daran, Dich in Spanisch so fit zu machen, dass Du Dich unterhalten kannst. In den Torismus-Hochburgen und Großstädten kommst Du in der Regel auch mit Englisch gut zurecht.