Umzug nach Österreich

Das Österreich ebenso wie Deutschland Teil der EU ist, ist ein Umzug in das Alpenland vergleichsweise unkompliziert und einem Wohnungswechsel innerhalb von Deutschland recht ähnlich. Aufenthaltsgenehmigung oder Visum sind für die Einreise und den dauerhaften Aufenthalt nicht nötig, auch der Zoll macht keine Probleme.

Einiges zu beachten gibt es dennoch – und das beginnt für Dich bereits bei der Wohnungssuche. Achte darauf, dass auf allen Autobahnen in Österreich sowie für die Durchfahrt von Tunneln eine Gebühr anfällt. Die sogenannte Vignette kannst Du als Zeitvignette oder direkt auf der Strecke kaufen und bezahlen.

Wohnung in Österreich suchen

Betrachtest Du den Immobilienmarkt in Österreich, dann fällt als erstes auf, dass die Mieten in Gesamtmiete, das heißt Kaltmiete inklusive aller Nebenkosten angegeben ist.

Möchtest Du diesen Betrag aufgeschlüsselt haben, bevor Du Dich weiter interessierst, stell’ eine Anfrage an den Makler oder Vermieter.

Setzt Du für die Wohnungssuche einen Makler ein, dann gilt anders als in Deutschland nicht das Bestellerprinzip. In Großstädten zahlst in der Regel Du die Maklergebühr, in ländlichen Gegenden mit wenig Nachfrage übernimmt das der Vermieter. Ebenfalls ist es möglich, die Maklergebühren zu teilen.

Als Provision darf in Österreich maximal die zweifache Bruttomiete verlangt werden. Das Mietrecht in Österreich ist anders als in Deutschland und deutlich komplizierter, das gilt unter anderem auch für die Kündigungsfristen. Es lohnt sich also für Dich, Dich damit vertraut zu machen.

Das Auto zieht mit um

Innerhalb der EU gilt Dein deutscher Führerschein nach wie vor, er muss also für den Umzug nach Österreich nicht geändert werden. Hast Du eine Wohnung gefunden und einen Hauptwohnsitz in Österreich, dann darfst Du Dein Auto noch einen Monat mit den deutschen Kennzeichen fahren.

Spätestens am Ende der Frist musst Du das Fahrzeug ummelden, sonst wird eine Strafe fällig. Importierst Du Dein eigenes Auto ins Land, dann ist es günstig, wenn es eine EU-Betriebserlaubnis hat. Als Nachweis dazu dient das COC-Papier, ein ausländischer Typenschein oder die Zulassungsbescheinigung.

Die Fahrzeugdaten werden in eine Genehmigungsdatenbank eingetragen, zuständig ist der Generalimporteur oder die Technische Prüfstelle in Deinem österreichischen Bundesland.

Mitbringen musst Du:

  • Rechnung, Kaufvertrag, Zulassungsbescheinigung als Eigentumsnachweis
  • EU-Betriebserlaubnis (COC-Papier)
  • Eine Vollmacht, falls ein Vertreter das Fahrzeug für Dich eintragen lässt.

Die Kosten für die Eintragung sind als Aufwandsersatz für die Dateneingabe zu verstehen und variieren. Maximal musst Du mit einer Summe von 180 Euro rechnen.

In der Regel kannst Du Dein Auto zollfrei als privates Gut nach Österreich einführen. Das geht aber dann, wenn das Auto kein Neufahrzeug mit einem Alter von weniger als sechs Monaten oder einer Laufleistung von weniger als 6.000 km ist. In diesem Fall fällt die Mehrwertsteuer von 20 % an, die Du bei der Einfuhr nach Österreich bezahlen musst.

Die NoVA-Abgabe – Spezialgebühr für Österreich

Für alle nach Österreich eingeführten motorisierten Fahrzeuge muss die sogenannte Normverbrauchsabgabe (NoVA) entrichtet werden. Die Gebühr kann bis zu 32 % des Autowertes betragen.

Berechnet wird die Höhe aus dem Listen- bzw. Anschaffungspreis des Fahrzeugs, ebenso werden Benzinverbrauch und CO2-Ausstoß mit eingerechnet. Im Internet sind NoVA-Online-Rechner zu finden, die es Dir ermöglichen, die Kosten im Voraus zu kalkulieren.

Umzugsgut nach Österreich einführen – Zoll entfällt

Durch die gemeinsame Mitgliedschaft in der EU kannst Du privates Umzugsgut problemlos sowie zoll- und steuerfrei nach Österreich einführen.

Gebühren fallen lediglich – wie bereits oben erwähnt – bei der Einfuhr Deines Autos an.

Besondere Regelungen für die Einfuhr gelten für Waffen, nicht zugelassene Arzneimittel oder bestimmte Pflanzen und deren pflanzliche Erzeugnisse. Gerade für die Pflanzeneinfuhr gibt es zum Teil Mengenbeschränkungen, deshalb lohnt es sich, vor der Einreise die Bedingungen des österreichischen Zolls für diese Fälle genau zu kennen.

Neu anmelden in Österreich

Ziehst Du in Deutschland aus einer Wohnung aus, musst Du Dich beim Einwohnermeldeamt abmelden, beim Umzug ins Ausland wird kein neuer Wohnsitz vermerkt.

In Österreich musst Du Dich sobald Du eine Wohnung gefunden hast, schnell anmelden. Lediglich drei Tage bleiben Dir dazu. Außer in Wien ist das Meldeamt der Stadt oder Gemeinde Dein Ziel. In der österreichischen Hauptstadt meldest Du Dich auf dem zuständigen magistratischen Bezirksamt an.

Mitbringen musst Du:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Geburtsurkunde
  • Einen vom Vermieter unterschriebenen Meldezettel, der der deutschen Mietgeberbescheinigung entspricht.

Achte darauf, dass Dein Ausweis noch gültig ist, gegebenenfalls solltest Du ihn vor Deiner Ausreise aus Deutschland noch einmal verlängern lassen. Die Gebühr für die Bescheinigung beträgt ca. 15 Euro.

Tipp: Alternativ zur Abmeldung im deutschen Einwohnermeldeamt kannst Du die Wohnsitzänderung in Deinem Personalausweis auch in der deutschen Botschaft erledigen lassen. Hast Du noch keinen Mietvertrag in Österreich, wird der Vermerk „keine Hauptwohnung in Deutschland“ auf dem Pass eingetragen.

Anmeldebescheinigung und Daueraufenthaltsrecht

Nach dreimonatigem Aufenthalt in Österreich musst Du dem Amt einen Arbeitsvertrag oder den Nachweis ausreichender Mittel für Deinen Lebensunterhalt nachweisen können. Spätestens ab dem 4. Monat Deines Aufenthalts musst Du eine Anmeldebescheinigung beantragen. Den Antrag stellst Du bei den Bezirkshauptmannschaften oder Magistraten.

Voraussetzungen dafür, dass Du diese Bescheinigung erhältst sind:

  • Dass Du in Österreich Arbeitnehmer oder Selbständiger mit Einkommen bist.
  • Dass Du über ausreichende Lebensunterhalt und einen Krankenversicherungsschutz verfügst.

Bist Du als Student oder Auszubildender für längere Zeit im Land, musst Du nachweisen können, dass Deine Eltern für Dich aufkommen oder anderweitig für Deinen Lebensunterhalt gesorgt ist.

Auch ein Krankenversicherungsschutz muss nachweislich vorhanden sein. Sinn dieser Regelung ist jeweils, dass Du keine österreichischen Sozialleistungen in Anspruch nehmen musst.

Nach fünf Jahren Aufenthalt im Land ohne Unterbrechungen hast Du das Recht auf Daueraufenthalt. Dazu musst Du einen Antrag stellen und erhältst dann die Bescheinigung des Daueraufenthalts in Österreich.

Arbeiten und Leben in Österreich

Ausländische Arbeitskräfte sind in Österreich beliebt, besonders gesucht sind Fachkräfte in der Tourismusbranche, Ingenieure und IT-ler, Pflegekräfte, Handwerker und Kräfte in der Gastronomie.

Wer mit dem richtigen Beruf in die richtige Gegend einwandert, hat meist wenig Probleme einen neuen Job in Österreich zu finden. Anlaufstellen sind die Jobbörsen im Internet.

Da es kaum Sprachbarrieren gibt und in Österreich flache Hierarchien herrschen, finden sich deutsche Arbeitnehmer meist gut ein. Berufs- und praktische Erfahrung spielen bei österreichischen Arbeitgebern eine wichtige Rolle, auch auf die allgemeine Persönlichkeit wird bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch großen Wert gelegt.

Besonders beliebt – aber natürlich auch teuer – sind die Großstädte Wien, Linz, Salzburg, Graz oder Innsbruck.