Umzug nach Italien

Da Italien ebenso wie Deutschland zur EU gehört, ist der Umzug in das südeuropäische Land grundsätzlich unkompliziert. Aufgrund der anderen Kultur und der anderen Lebensart, aber auch wegen unterschiedlicher Gesetze im Land gilt es beim Umzug nach Italien dennoch so einiges zu beachten.

Je nachdem wo Du in Italien wohnen möchtest, solltest Du rechtzeitig vor Deinem Umzug Deine Sprachkenntnisse aufpolieren.

Wer sich in der Landessprache verständigen kann – und sei es auch nur gebrochen und mit starkem Akzent – kommt immer gut an.

In Norditalien kommt man häufig jedoch auch mit Deutsch gut zurecht.

Hast Du bereits einen unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Tasche, ist es übrigens deutlich leichter, in Italien eine Wohnung zu finden oder eine Versicherung abzuschließen. Also suche am besten schon vor dem Umzug nach einem Job!

Wohnung suchen in Italien

Das Mietrecht in Italien unterscheidet sich deutlich von deutschen Gepflogenheiten. So gibt es zum Beispiel keine richtigen Mietverträge. Deshalb solltest Du Dir schriftlich bestätigen lassen, dass Du eine Wohnung gemietet hast.

Die Bestätigung brauchst Du möglicherweise bei einigen Behörden als Nachweis. Außerdem schützt Du Dich so davor, dass Du plötzlich aus Deiner Wohnung ausziehen musst.

Achte bei Angeboten in Anzeigen oder im Internet auf den Passus „solo referenziati“. Das bedeutet, dass Du eine Empfehlung brauchst, um die Wohnung mieten zu können. Die kann Dir zum Beispiel der Vormieter, Dein Arbeitgeber oder eine andere Person ausstellen, die dazu geeignet ist, Deine Zuverlässigkeit und Ehrbarkeit zu bestätigen.

Umzugsgut nach Italien bringen

Alles was Du bei Deinem Umzug nach Italien mitnimmst, sollte als privates Umzugsgut deklariert sein, denn dann entfallen Zoll und Steuern. Abgegrenzt davon wird Reisegut. Dazu gehören Alkohol und Zigaretten, die ebenfalls zollfrei eingeführt werden dürfen, soweit die zulässigen Mengen nicht überschritten werden.

Auch wenn Du Dein Übersiedlungsgut nicht verzollen musst, musst Du dennoch die Einfuhr anmelden. Dazu werden alle Umzugsgüter in ein entsprechendes Formular eingetragen. Hast Du Fragen dazu, beantwortet diese das zuständige Zollamt in Italien.

Grundsätzlich gilt für die Einfuhr von privaten Gütern eine Beobachtungsfrist von 12 Monaten. Du darfst die Gegenstände in dieser Zeit weder verkaufen noch verschenken, auch der Verleih oder die Vermietung ist nicht zulässig. Bei einem Verstoß gegen diese Vorschriften erhebt das Zollamt nachträglich Gebühren und Steuern, außerdem droht Dir ein Verfahren.

Gehören auch Haustiere zu Deinem Umzug, gelten für die Einfuhr von Hunden und Katzen, die älter als vier Monate sind, besondere Impfbestimmungen. So brauchst Du einen blauen EU-Heimtierpass mit Angaben zur Identität des Tieres sowie seines Besitzers und einen Nachweis über die erfolgte Tollwutimpfung.

Diese darf nicht jünger als 30 Tage und nicht älter als 12 Monate sein. Das Tier muss gechipt oder tätowiert sein. Ohne Einfuhrgenehmigung darfst Du Vögel, Nager und Kaninchen mit ins Land bringen.

Umzug mit dem Auto

Das Wichtigste zuerst: Kraftstoff, Steuer und Versicherung für Autos sind in Italien deutlich teurer als in Deutschland. Bereits bei der Anmeldung fallen Gebühren von mehreren hundert Euro an. Kannst Du also Dein Fahrzeug weiter über einen deutschen Wohnsitz versichern, hat das viele finanzielle Vorteile.

Ziehst Du das Auto mit nach Italien um, sollte das Fahrzeug möglichst zum privaten Umzugs- oder Umsiedlungsgut zählen, ansonsten kann bei der Einführung eine Mehrwertsteuer erhoben werden. Dazu muss das Fahrzeug mindestens 6 Monate auf Dich angemeldet sein und innerhalb eines Jahres auf Deinen Wohnsitz in Italien umgemeldet werden. Anschließend darfst Du das Fahrzeug für ein Jahr nicht verkaufen.

Um das Auto in Italien zulassen zu können, brauchst Du eine Abmeldebescheinigung der deutschen Zulassungsstelle sowie eine Kopie der Zulassungsbescheinigung II (früher Fahrzeugbrief). Dort erhältst Du einen neuen italienischen Fahrzeugschein sowie einen Fahrzeugbrief. Ist Dein Auto älter als vier Jahre, muss es zu einer Inspektion.

Anmeldung und Daueraufenthalt

Meldest Du Dich in Italien an, dann solltest Du nicht nur Deinen Reisepass oder Personalausweis, sondern auch alle anderen Unterlagen, die Du bereits im Land erhalten hast mitbringen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Steuerkarte
  • Krankenversicherungskarte
  • Arbeitsvertrag
  • Mietvertrag bzw. Mietbestätigung

Bei der Anmeldung beantragst Du Deinen Wohnsitz vorerst, nach einigen Wochen erfolgt ein Kontrollbesuch durch einen Mitarbeiter. Er prüft, ob Du auch tatsächlich in der Wohnung wohnst, anschließend wird der Wohnsitz genehmigt und schriftlich bestätigt. Das kann durchaus drei bis vier Monate dauern.

Für den längeren Aufenthalt in Italien brauchst Du eine Aufenthaltsgenehmigung, die „carta soggiorno“.

Die musst Du innerhalb von acht Tagen bei der zuständigen Ausländerbehörde oder beim örtlichen Polizeipräsidium beantragen.

Dauert es eine Weile, bis Du diese Bescheinigung in den Händen hältst, ist das kein Problem, da es sich dabei lediglich um eine Formalie handelt. Du kannst dennoch in Italien wohnen und auch bereits arbeiten. Mit der Aufenthaltsgenehmigung wird lediglich das ohnehin bestehende Recht noch einmal schriftlich bestätigt.

Früher hieß die Aufenthaltsgenehmigung übrigens „permesso di soggiorno“, in abgelegenen Gegenden hat sich häufig noch nicht herumgesprochen, dass es dafür mittlerweile ein anderes Formular gibt. Die ehemalige permesso wird heute als Aufenthaltsgenehmigung für Nicht-EU-Bürger ausgestellt.

Für den Fall, dass Du Deinen deutschen Wohnsitz behalten willst und einen längeren Aufenthalt in Italien zur Arbeitssuche planst, solltest Du eine Erklärung der zeitlichen Niederlassung „dichiarazione di domicilio temporaneo“ abgeben.

Möchtest Du Deine Familie mit einreisen oder nachziehen lassen, ist das problemlos möglich. Familienmitglieder, die nicht arbeiten, müssen ein ausreichendes Einkommen und einen Krankenversicherungsschutz nachweisen können.

Krankenversichert in Italien

Warst Du in Deutschland gesetzlich krankenversichert, kannst Du Dich im staatlich organisierten Krankenversicherungssystem in Italien ohne Unterbrechung weiterversichern. Dazu musst Du das von Deiner deutschen Krankenkasse ausgefüllte Formular E121 als Bestätigung über die Vorversicherung vorlegen.

Warst Du in Deutschland bislang privat versichert, musst Du auch in Italien eine private Krankenversicherung abschließen. Allerdings kannst Du nach einer fünfjährigen ununterbrochenen Aufenthaltsdauer im Land dann in die gesetzliche Krankenkasse überwechseln.

Arbeiten in Italien

Als EU-Bürger kannst Du ohne besondere Genehmigungen in Italien arbeiten, ebenso darfst Du als Jobsuchender in Italien wohnen und Dir eine neue Arbeitsstelle suchen. Die Behörden verlangen unter Umständen einen Nachweis über Deine Bemühungen, zum Beispiel in Form von Bewerbungsschreiben oder Einladungen zu Vorstellungsgesprächen.

Für verschiedene Berufe sind unterschiedliche Genehmigungen oder Mitgliedschaften in der Handelskammer nötig. Informiere Dich am besten vorab, welche Voraussetzungen Du erfüllen musst, um Deinen Beruf auszuüben.

Dies gilt vor allem, wenn Du selbständig bist. Arbeitest Du ohne die offiziellen Regularien wie Mitgliedschaft in einer Berufsvereinigung, Steuernummer oder Eintrag ins Handelsregister in Italien als Unternehmer, musst Du mit empfindlichen Strafen und Sanktionen rechnen.