Umzug mit Tieren

Beim Umzug muss natürlich auch das Haustier mit! Abgesehen davon, dass Du bereits bei der Anmietung der neuen Wohnung mit dem Vermieter geklärt haben solltest, ob Dein Hund oder Deine Katze einziehen dürfen, gibt es auch für den Umzug selbst einiges zu beachten.

Je nachdem, ob Du mit Hund und Katz, Nager oder Vogel umziehst, solltest Du neben den allgemeinen Umzugsregeln auch die jeweiligen Bedürfnisse Deiner Tierart berücksichtigen. Die wichtigste Regel für alle Tiere: Möglichst wenig Stress!

Vor dem Umzug

Käfigtiere, Vögel und auch Freigängerkatzen kriegen in vielen Fällen wenig oder kaum etwas von der Unruhe und dem Stress vor dem Umzug mit. Allerdings reagieren gerade im Käfig gehaltene Tiere oft empfindlich auf Lärm, den Du in ihrer Nähe also möglichst vermeiden solltest.

Ganz anders sieht es mit Hunden aus.

Sie sind meist stark auf den Besitzer fixiert und spüren schnell, dass sich da etwas Beunruhigendes anbahnt.

Koffer packen heißt für viele Hund und Hauskatzen oft auch, dass der Besitzer ohne sie verschwindet oder auf der anderen Seite, dass es gemeinsam auf Reisen geht. Die Aufregung ist also fast schon vorprogrammiert.

Da sich die Umzugsvorbereitungen kaum gänzlich vor dem Tier „verheimlichen“ lassen, solltest Du selbst so entspannt wie möglich bleiben. Je nachdem, was Dein Tier gewohnt ist, kann es in dieser Zeit auch in einem anderen Raum oder in seiner Box bleiben.

Gerade an Hundeboxen gewöhnte Tiere kennen diese als Ort der Ruhe und Entspannung und reagieren entsprechend darauf. Gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase, dann wird es spätestens Zeit, die Tiere aus der Schusslinie zu schaffen. Tierpensionen können eine gute Lösung sein, auch Freunde und Verwandte, denen Du vertraust eignen sich als Tiersitter für die Tage vor, während und nach dem Umzug.

Ziehst Du mit Deinem Hund in ein anderes Bundesland um und handelt es sich bei dem Tier um einen sogenannten Listenhund, dann informiere Dich gründlich über die Auflagen am neuen Wohnort – und das bitte, bevor Du Deinen Umzug planst! Für einige Rassen herrscht in bestimmten Bundesländern absolutes Haltungsverbot. Gerätst Du in diese Situation, wirst Du Dein Tier abgeben müssen.

Haustiere am Umzugstag

Größere Tiere wie Hunde oder Katzen sollten wie bereits gesagt am Umzugstag nicht in der Nähe sein, Käfigtiere und Fische solltest Du an diesem Tag möglichst aus der Schusslinie halten. Diese Tiere gehören in einen ruhigen Raum, den Du bereits leergeräumt hast oder Dir bis zum Schluss aufhebst. Das kann zum Beispiel das Badezimmer sein.

Hunde und Katzen solltest Du erst vom Tiersitter zurückholen, wenn Du die Umgebung für sie vorbereitet hast. Das ist oft am Umzugstag selbst noch nicht der Fall, meist ist dann noch alles in Unordnung, es herrscht ein Kommen und Gehen. Das kann besonders riskant sein, wenn Du eine Hauskatze hast. Flutscht Dir das aufgeregte Tier versehentlich aus dem Haus, kann das böse enden.

Umzug mit Katze

Für manche Katzen stellt der Aufenthalt in der Tierpension oder beim Tiersitter keine gute Lösung dar.

In diesem Fall solltest Du das Tier am Umzugstag vor dem größten Stress bewahren. Das klappt zum Beispiel gut im Badezimmer.

Versorgt mit Futter, Wasser, Katzenklo und Körbchen ist die Katze dort sicher geschützt. Damit sie nicht aus Versehen entwischt – zum Beispiel weil ein Umzugshelfer aus Unwissenheit die Tür öffnet – solltest Du den Raum verschließen oder mindestens ein deutlich sichtbares Schild an der Tür befestigen.

Die Katze zieht als Letzte um. Am besten bringst Du sie erst dann in die neue Wohnung, wenn es dort halbwegs eingerichtet ist oder Du für das Tier zumindest einen Raum zur Verfügung stellen kannst, in dem es seine Ruhe hat.

Ist Deine Katze ein Freigänger, dann solltest Du sie für die ersten Wochen in der neuen Wohnung im Haus behalten. Der Umzug mit solchen Katzen ist immer ein kleines Risiko – es kann sein, dass die Katze zum alten Revier zurückläuft, weil sie mehr Bindung an die Umgebung hat als an Dich.

Um Dein Tier für diesen Fall wiederzufinden, solltest Du es bei Tasso e. V. registrieren lassen und ihm ein katzengerechtes Halsband mit Deiner Telefonnummer anlegen.

Willkommen zurück!

Sind die Kisten fertig ausgepackt und wirkt Dein neues Zuhause zumindest etwas wohnlich, wird es Zeit, Deinem Hund oder Deiner Katze das neue Zuhause vorzustellen.

Am besten überlegst Du Dir schon vorher wo Schlaf- und Futterplatz sein sollen. So kommt Dein Tier zwar in eine ungewohnte Umgebung, findet aber dennoch nicht nur Dich, sondern noch mehr Vertrautes vor.

Lass dem Tier Zeit, sich in Ruhe umzusehen. Vor allem Katzen werden neugierig und im eigenen Tempo ihr neues Reich erkunden – oder sich erstmal stundenlang unter dem Sofa verstecken. Hunde reagieren oft entspannter, sind sie es doch ohnehin gewohnt, sich mit Dir auch an anderen Orten als im Zuhause aufzuhalten.

Sicherer Transport für Haustiere

Hunde und Katzen sind meistens an den Transport im Auto gewöhnt und so gibt es auch beim Umzug wenig Probleme. Katzen sollten sicherheitshalber grundsätzlich in einem Katzenkorb transportiert werden, Hunde gehören in den Kofferraum, am besten in eine Box oder müssen mindestens angeschnallt auf der Rückbank sein.

Käfige von Meerschweinchen, Hamster oder Vogel musst Du ebenfalls gut sichern.

Eventuell empfiehlt es sich, die Tiere aus dem Käfig zu nehmen und in einer Kartonbox unterzubringen. Das verringert die Verletzungsgefahr, kann aber zusätzlichen Stress fürs Tier machen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Transport vom Haus ins Auto! Viele Käfigtiere sind zugempfindlich und könnten von dem Umgebungswechsel überfordert sein. Am besten legst Du ein Tuch über den Käfig oder stellst ihn in einen geschlossenen Karton – Aber Vorsicht! Achte darauf, dass Deine Tiere auf jeden Fall genug Luft bekommen.

Keinesfalls gehören Tiere übrigens in den Umzugs-Lkw! Transportiere sie selbst und im eigenen Fahrzeug.

Umzug mit Haustier ins Ausland

Willst Du dauerhaft ins Ausland umziehen, musst Du Dich vorher unbedingt erkundigen, welche Einfuhrbedingungen für Dein Tier gelten. Innerhalb der EU reicht meist ein Impfnachweis aus, in einigen Ländern ist allerdings vor der Einreise eine Quarantäne erforderlich, die bis zu 6 Monate dauern kann. Überlege Dir gut, ob Du Deinem Tier das zumuten willst.

Um alle Informationen zu erhalten, solltest Du Dich an das Konsulat des Einreiselandes wenden und Dich über folgende Punkte frühzeitig informieren:

  • Gibt es im Einreiseland Beschränkungen in Bezug auf Haustiere?
  • Welche Dokumente musst Du vorlegen?
  • Gibt es Altersbeschränkungen?
  • Welche Impfungen und Tests sind für das Tier erforderlich?
  • Sind im Zielland zur Einwanderungszeit Ferien oder gibt es andere Besonderheiten?
  • Gibt es Quarantänebestimmungen für mein Tier?
  • Wie wird die Zollabwicklung für Haustiere durchgeführt?
  • Muss ich bei der Zollabwicklung anwesend sein?

Für die Einreise in die EU brauchen Tiere den blauen Heimtierausweis. Mit diesem Heft wird zum einen die Identität des Tieres überprüft, außerdem wird er als Impfausweis verwendet und dokumentiert gleichzeitig, dass das Tier entsprechend der Landesbestimmungen geimpft ist.

Der Heimtierausweis ist nur für Hunde, Katzen und Frettchen verpflichtend. Weiterhin müssen die Tiere tätowiert oder noch besser gechipt sein.

Ruhe bewahren?

Manche Tiere können Veränderungen schlechter verkraften als andere und es reicht nicht aus, ihnen zum Umzug ein möglichst ruhiges Umfeld zu verschaffen. Für diesen Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Stimmung Deines Tieres zu beeinflussen.

Je nachdem, wohinter Du stehst, kannst Du nach Rücksprache mit dem Tierarzt Medikamente zum Ruhigstellen benutzen oder auf pflanzliche oder homöopathische Mittel zurückgreifen. Auf jeden Fall solltest Du Dich gut informieren, welche Mittel für Dein Tier geeignet sind.

In vielen Fällen hilft es allerdings am meisten, wenn Du selbst Ruhe bewahrst, Dich gut auf Deinen Umzug vorbereitest und entspannt an die Umsetzung gehst.