Umzug mit Kindern

Beim Umzug mit der ganzen Familie stellt sich oft die Frage: Wohin mit den Kindern?

Während die größeren vielleicht schon nach ihren Möglichkeiten mithelfen können, solltest Du Kleinkinder für die Zeit des Umzuges am besten „aus dem Weg schaffen“.

Das sorgt für weniger Stress – und zwar nicht nur für Dich, sondern auch für die Kinder.

Allerdings solltest Du die Kleinen dennoch nicht außen vor lassen, sondern in die Umzugspläne einweihen. Kinder haben besondere Bedürfnisse und die solltest Du nach Möglichkeit vor, während und nach dem Umzug berücksichtigen.

Was es beim Umzug mit Kindern alles zu beachten gibt, kannst Du im folgenden Artikel nachlesen.

Was ein Umzug mit Kindern macht

Für fast alle Kinder sind Struktur und gewohnte Umgebung wichtig. Der Umzug in eine neue Wohnung und damit auch in eine grundsätzlich andere Umgebung ist das genaue Gegenteil davon und kann unsere Kleinsten wirklich stressen.

Hinzu kommt, dass die Eltern vor, während und auch noch nach dem Umzug weniger Zeit und Aufmerksamkeit für den Nachwuchs aufbringen können. Das verunsichert und stresst zusätzlich.

In einer dänischen Studie mit mehr als 1,5 Millionen Datensätzen zeigte sich, dass sich häufige Umzüge tatsächlich negativ auf die Psyche auswirken können. Denn ein Umzug reißt unseren Kids den Boden unter den Füßen weg, schafft Verunsicherung und das Gefühl, eine Ausflucht zu brauchen.

Bei Kindern die oft umgezogen sind, häufen sich Drogenkonsum, psychische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten. Umso wichtiger ist es, dass Du aufmerksam mit dieser aufregenden Situation umgehst und dafür sorgst, dass der Umzug mit Kindern so reibungslos wie möglich verläuft.

Vielleicht überraschend: Je älter die Kinder in der Studie waren, umso stärker die Auswirkungen. Auf der anderen Seite ist dies jedoch auch verständlich. Denn Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren sind noch stark an die Eltern gebunden, ab der Grundschulzeit kommt es hier langsam zu einer Ablösung und äußeres Umfeld und Freunde werden zunehmend wichtiger.

Lässt sich der Umzug nicht vermeiden, solltest Du also auf jeden Fall für Deine Kinder da sein – egal wie alt sie sind.

Mithelfen hilft Verstehen

Natürlich sollten Deine Kinder und das gilt auch für die Kleinen (Säuglinge einmal ausgenommen), wissen, was auf Eure Familie zukommt. Sprich altersgerecht mit Deinen Kindern und erkläre ihnen, was ein Umzug überhaupt ist und wieso er nötig ist.

Erkläre auch genau, was es für das Kind bedeutet und lasse größere Umstellungen wie den Verlust der Freunde oder den Schulwechsel nicht aus. Besonders wenn der Kindergarten gewechselt wird, dann spüren auch Kleinkinder die Veränderung deutlich mit.

Ein gutes Mittel, um das Kind am Umziehen teilhaben zu lassen, ist die Mithilfe. Auch die Kleinen können schon Kisten packen oder sich überlegen, welche Spielsachen nicht mit in die neue Wohnung und das neue Kinderzimmer kommen.

Während für Dich die Umzugsvorbereitungen meist schon einige Wochen oder gar Monate vor dem Umzugstag beginnen, solltest Du für Dein Kind die gewohnten Rituale und Routinen möglichst aufrechterhalten. Für das Kind ist es ausreichend, wenn es die letzten Tage vor dem eigentlichen Umzug mit einbezogen wird.

Dein Kind sollte natürlich nicht nur beim Kisten packen mithelfen dürfen. Beziehe es auch in die Gestaltung des neuen Kinderzimmers ein. Welche Farben wünscht es sich, welche Tapete soll an die Wand. Für kleinere Kinder ist es gut, sich einbezogen und nützlich zu fühlen. Gib Deinem Kind dieses Gefühl beim Umzug so oft es geht.

Zum richtigen Zeitpunkt

Wenn es möglich ist, wähle für Deinen Umzug mit Kindern einen günstigen Zeitpunkt. Der liegt prinzipiell in den Sommerferien. Das Kind hat dann genug Zeit, sich einzugewöhnen, bevor es in den neuen Kindergarten oder in die neue Schule geht.

Ziehst Du mit schulpflichtigen Kindern in ein neues Bundesland um, dann beachte die teilweise abweichenden Ferienzeiten. Im ungünstigen Fall kann sich durch den Umzug die Ferienzeit Deines Kindes verkürzen. Das solltest Du möglichst vermeiden.

Umzugsvorbereitung mit Kind

Besonders wenn es ans Kisten packen geht, solltest Du an Deine Kinder denken. Packe das Kinderzimmer ziemlich am Schluss ein, damit Dein Kind so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung bleibt. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Du in der neuen Wohnung schnell an die Kisten und Möbel fürs Kinderzimmer kommst und dieses entsprechend als erstes wieder einräumen kannst.

Kurz vor dem Umzugstag müssen auch die letzten Kisten gepackt werden. Bezieh Dein Kind mit ein und trage Sorge, dass wichtige Utensilien wie das Lieblingskuscheltier, ausreichend Windeln, Schnuller und alles andere, was Du täglich und häufig fürs Kind brauchst, immer noch parat sind.

Am besten verstaust Du diese Dinge in einer separaten Kiste. Dort sollten für den Notfall auch die Krankenversicherungskarte und eine kleine Hausapotheke zu finden sein!

Gut ist ein bewusster Abschied von den alten Räumen und der Umgebung. Ein letzter Besuch auf dem Spielplatz, ein gemeinsamer Gang durch die schon recht kahle Wohnung. Bewusste Abschiede machen es leichter loszulassen – das gilt für Kinder ganz besonders.

Wohin mit den Kleinen am Umzugstag

Am Umzugstag selbst geht es der ganzen Familie am besten, wenn die Kinder anderweitig untergebracht sind. Du kannst in Ruhe den Umzug koordinieren bzw. mit durchführen, Dein Kind ist nicht dem Stress und der Hektik ausgesetzt, die an diesem Tag häufig vorherrschen.

Ideal ist es, das Kind in dieser Situation an einem Ort unterzubringen, der ihm vertraut ist und an dem es Spaß hat. Das kann bei den Großeltern oder auch bei der besten Freundin sein. Frage Deine Favoriten frühzeitig an, damit sie am großen Tag auch wirklich Zeit für eine sorgfältige und liebevolle Betreuung haben.

Achte auch darauf, dass Du für den Notfall eine Alternative hast. Bist Du nach dem Umzug völlig fertig, dann lasse das Kind dort wo es ist auch übernachten. So kannst Du ihm am nächsten Tag ausgeruht und gut gelaunt die neue Wohnung vorstellen.

Nach dem Umzug – So klappen Auspacken und Eingewöhnung

Wie bereits erwähnt ist es günstig, wenn Du die Umzugskisten fürs Kinderzimmer als erstes auspackst und auch die Möbel dort früh wieder aufstellst.

Kommt das Kind von seiner Betreuung zurück, findet es bereits Vertrautes vor und das erleichtert die Eingewöhnung.

Kisten, die es in der Umzugsvorbereitung selbst gepackt hat, sollte es auch wieder auspacken dürfen. Viele Kinder haben Spaß daran, die Schränke neu einzuräumen und die Spielzeuge im neuen Zuhause zu verteilen.

Insgesamt solltest Du für Dein Kind mit einer Eingewöhnungszeit nach dem Umzug von sechs oder sogar acht Wochen rechnen. Das gilt für das neue Zuhause ebenso wie für Kindergarten und Schule. Lass Deinem Kind Zeit und versuche nicht ungeduldig zu werden, wenn es etwas „holprig“ läuft.