Umzug ins Ausland

Möchtest Du Deine Zelte in Deutschland abbrechen und ins Ausland umziehen, gibt es jede Menge zu bedenken!

Von der Wohnungssuche bis zum richtigen Umzugsunternehmen über die Fragen Wohin mit den Möbeln? und Welche Papiere brauche ich? stellt Dich ein so großes Vorhaben vor ganz neue Herausforderungen.

Wie bei jedem Umzug gilt auch für den Wechsel ins Ausland: je besser Du informiert bist und je gründlicher Du im Voraus alles planst, umso reibungsloser und entspannter geht der Umzug vor sich. Neben verschiedenen grundsätzlichen Punkten besitzt jedes Land seine Besonderheiten, wenn es um Einreise, Umzug und dauerhaften Aufenthalt geht.

Abmelden aus Deutschland

Wechselst Du durch einen Umzug ins Ausland dauerhaft Deinen Wohnsitz in ein anderes Land, ist eine entsprechende Abmeldung bei Deiner Meldebehörde in Deutschland nötig.

Diese Abmeldebescheinigung ist die einzige, für die Du keine neue Adresse und auch keine Vermieterbescheinigung vorlegen musst, auf der Abmeldebescheinigung wird der Vermerk „keine Hauptwohnung in Deutschland“ eingetragen.

Durch die Regelungen im Meldegesetzt bist Du zur Abmeldung verpflichtet, darüber hinaus hat diese Maßnahme noch weitere Konsequenzen, die sich je nach Einzelfall als Nachteil oder als Vorzug erweisen können:

  • Klagen, Rechnungen oder andere unangenehme Post kann nicht an einem (Schein)Wohnsitz ankommen ohne dass Du davon in Kenntnis gesetzt wirst.
  • Die Einkommenssteuerpflicht in Deutschland entfällt.
  • Ämter und Behörden im ehemaligen Wohnsitzbezirk sind nicht mehr für Deine Angelegenheiten zuständig.
  • Möchtest Du in Deutschland wählen, ist das nur noch per Briefwahl möglich.
  • Du musst Dein Fahrzeug in Deutschland abmelden. Eine Zulassung ist nur mit festem Wohnsitz möglich.
  • Die Krankenversicherungspflicht entfällt.

Die deutsche Staatsbürgerschaft bleibt Dir übrigens auch beim Umzug ins Ausland erhalten, sie darf Dir laut Grundgesetz nicht gegen Deinen Willen entzogen werden. Allerdings kannst Du bei entsprechender Begründung auf Antrag die Staatsbürgerschaft wechseln.

Umzugsunternehmen fürs Ausland

Willst Du Deinen Umzug ins Ausland an eine Spedition vergeben, solltest Du bei der Auswahl darauf achten, dass das Unternehmen sich mit dieser speziellen Umzugsvariante auch auskennt. Dies gilt für den Umzug ins Europäische Ausland und noch mehr bei einem Überseeumzug.

Die Unternehmen kennen sich mit den Zollformalitäten aus und wissen etwas mit dem Begriff „weiße Spediteurbescheinigung“ anzufangen. Dabei handelt es sich um einen Nachweis mit der bei innergemeinschaftlichen Lieferungen die Umsatzsteuer entfällt.

Versuche auch, ein Umzugsunternehmen zu finden, dass sich möglichst in Deiner neuen Heimat auskennt und die besten Verkehrswege kennt. Auch in Sachen Versicherungsschutz kennen sich aufs Ausland spezialisierte Dienstleister meist besonders gut aus und Du gehst mit Deinem Umzug auf Nummer sicher.

Damit sich die Spedition vorab ein gutes Bild machen kann, solltest Du Fotos von Deiner neuen Wohnung, möglichst aber auch von den Zufahrts- und Parkmöglichkeiten vor Ort machen und diese zur Verfügung stellen. Erwähne auch Besonderheiten – wie zum Beispiel die Lage Deiner neuen Wohnung in einsamem oder unwegsamem Gelände.

Alles gut verpackt

Gerade beim Auslandsumzug ist fachgerechte Verpackung wichtig. Cargo-Boxen sorgen dafür, dass Deine empfindlichen Einrichtungsgegenstände und Dekorationsartikel auch lange Wege gut überstehen. Wie die richtige Verpackung aussieht, hängt vom Transportmittel ab.

Überlandumzüge, zum Beispiel nach Spanien oder Österreich brauchen eine weniger aufwändige Verpackung als solche per Flugzeug oder gar Schiff.

Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du Deine Sachen richtig und sicher verpackst, kannst Du auch diese Aufgabe an die Umzugsspedition übergeben.

Welchen Service Du bei den Dienstleistern nutzt, ist vorwiegend eine Frage Deines Budgets. Ist das sehr knapp, bietet sich eventuell auch ein Umzug ins Ausland in Eigenregie an. Du kannst dazu einen Transporter oder Lkw in Deutschland anmieten und ihn an Deinem neuen Wohnsitz wieder abgeben. Welche Auto- bzw. Lkw-Vermietungen diesen Service anbieten, hängt von deren Hauptsitz und Geschäftskonditionen ab.

Ob Umzugsunternehmen oder Miet-Lkw – schau Dir immer mehrere Angebote an und vergleiche gründlich! Denn gerade der Umzug ins Ausland kann durch eine unglückliche Wahl deutlich teurer werden als nötig.

Mitnehmen oder Einlagern?

Möchtest Du gerne mit „kleinem Gepäck“ ins Ausland umziehen oder planst einen Aufenthalt für begrenzte Zeit, dann solltest Du Dein Hab und Gut noch einmal genau durchforsten. Nicht immer müssen alle Möbel und andere Besitztümer bei jedem Umzug dabei sein. Verkleinerst Du Dich räumlich, musst Du Dich sicher ohnehin von dem ein oder anderen Möbelstück trennen.

Anstatt es zu verkaufen kannst Du es auch einlagern, zum Beispiel in einem der vielen Self-Storage-Häuser, die vor allem in deutschen Großstädten immer häufiger zu finden sind. Gegen eine monatliche Miete erhältst Du überwachten und sicheren Lagerraum, der sich auch für empfindliche und wertvolle Güter eignet.

Umzug in die Schweiz

Generell ist der Umzug in die Schweiz recht unproblematisch, wenn Du die wichtigsten Regeln und Vorschriften kennst. Um eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz zu erhalten, benötigst Du neben Deinem Ausweis in der Regel einen Mietvertrag sowie Deinen Arbeitsvertrag oder einen Nachweis darüber, dass für Deinen Unterhalt gesorgt ist.

Nimmst Du Dein Fahrzeug mit ist es günstig, wenn Du dieses bereits mehr als sechs Monate besitzt. Denn dann gilt das Auto als gewöhnliches Umzugsgut und Du hast 12 Monate Zeit, es in der Schweiz anzumelden.

Privates Übersiedlungsgut kann zollfrei in die Schweiz eingeführt werden. Bei der Einfuhr musst Du eine Inventarliste vorlegen und unbedingt zu den regulären Öffnungszeiten der Zollstelle einreisen.

Umzug nach Österreich

Da Österreich und Deutschland beide EU-Mitglieder sind, ist der Umzug nach Österreich recht unproblematisch.

Als Einreiser ins Land benötigst Du keine Aufenthaltsgenehmigung oder Visum, für Dein privates Umsiedlungsgut fallen weder Zoll noch Steuern an.

Einzige Ausnahme ist Dein Fahrzeug. Für Neuwagen wird die Mehrwertsteuer fällig, generell muss für alle Motorfahrzeuge eine Abgabe gezahlt werden, die bis zu 32 % des Neuwagenpreises betragen kann.

Nach einem dreimonatigen Aufenthalt im Land musst Du eine Anmeldebescheinigung beantragen, um bleiben zu können. Voraussetzung für die Ausstellung ist, dass Du einen Miet- und Arbeitsvertrag hast und über einen Krankenversicherungsschutz verfügst.

Umzug nach Italien

Für den Umzug nach Italien gilt das Schengen-Abkommen. Das bedeutet, dass Grenzkontrollen bei der Einreise entfallen. Da auch Italien EU-Land ist, ist die Einreise beim Umzug recht unkompliziert.

Große Abweichungen gibt es beim Melderecht. Hast Du eine Wohnung in Italien gefunden, musst Du bei der Meldebehörde den neuen Wohnsitz beantragen. Dieser wird erst nach einem Kontrollbesuch durch einen Mitarbeiter genehmigt. Das ganze Prozedere kann durchaus mehrere Monate dauern.

Trotzdem kannst Du in dieser Zeit bereits in Italien wohnen und arbeiten. Eine Überlegung wert ist, ob Du Dein Auto mit ins Land umziehst. Unterhalt und Steuer sind deutlich teurer als in Deutschland, die Anmeldung in Italien kostet mehrere 100 Euro.

Umzug nach Spanien

Spanien als EU-Land macht Dir als deutschem Einreisenden den Umzug leicht. Privates Umzugsgut kannst Du steuerfrei einführen, auch die Anmeldung Deines Autos ist nicht allzu kompliziert. Wählst Du allerdings Spanien als 2. Wohnsitz, musst Du mit Zollgebühren für Dein Umzugsgut in Höhe von 12 % rechnen.

Um in Spanien offiziell agieren zu können, brauchst Du die sogenannte NIE-Nummer. Diese erhältst Du bei der Anmeldung Deines Wohnsitzes. Bei der Anmeldung solltest Du zum Nachweis Deiner neuen Wohnung Die NIE-Nummer ist nötig, um ein Bankkonto zu eröffnen, Deine Steuererklärung abzugeben und für viele weitere offizielle Vorgänge.