Umzug in die Schweiz

Umzug in die Schweiz

Beim Umzug ins Ausland gibt es so einiges zu bedenken.

Neben allgemeinen Überlegungen, die zum Beispiel die Abmeldung aus Deutschland oder die Wahl des Umzugsunternehmens betreffen, hat jedes Land seine eigenen Gesetze und Regeln, wenn es um die Einreise geht.

Möchtest Du Deinen Wohnsitz in die Schweiz verlegen und planst einen dauerhaften Umzug in das Alpenland, dann gibt es ganz spezielle Aspekte zu berücksichtigen.

Die Aufenthaltsbewilligung

Bei einem Umzug in die Schweiz benötigst Du eine Aufenthaltsbewilligung. Die ist immer dann erforderlich, will man sich als Ausländer mehr als drei Monate im Land aufhalten.

Die Bewilligung hat die Form eines Ausweises, in der Regel erfolgen Antragstellung und Genehmigung für deutsche Staatsbürger problemlos. Meistens ist ein gültiger Arbeitsvertrag nötig, bist Du selbständig, Student oder Rentner ist ein Nachweis nötig, dass für Deinen Lebensunterhalt gesorgt ist.

Probleme kann es geben, wenn Du vorbestraft bist, keinen Arbeitsvertrag hast und keine finanziellen Mittel zur Deckung Deines Lebensunterhaltes belegen kannst.

Als Umzügler in die Schweiz kommen für Dich verschiedene Arten der Bewilligung in Frage:

  • Der Kurzaufenthalt L wird dann ausgestellt, wenn Du Dich maximal ein Jahr oder für einen bestimmten Zweck in der Schweiz aufhältst. Voraussetzung für die Erteilung der Bewilligung ist ein befristeter Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit zwischen 3 und 12 Monaten. Bist auf Stellensuche, dann musst Du nachweisen, dass Du dennoch für Deinen Lebensunterhalt sorgen kannst.
  • Möchtest Du länger in der Schweiz leben, benötigst Du die Aufenthaltsbewilligung B. Diese hat eine Gültigkeit von 5 Jahren und kann verlängert werden, wenn die Voraussetzungen stimmen. Du benötigst einen Arbeitsvertrag, der auf mindestens ein Jahr befristet oder unbefristet ist, alternativ wird die Bewilligung ausgestellt, wenn Du ausreichend Kapital nachweisen kannst.
  • Nach einer Verweildauer von 5 Jahren in der Schweiz kannst Du die Niederlassungsbewilligung C beantragen. Sie erteilt Dir ein dauerhaftes Wohn- und Aufenthaltsrecht in der Schweiz ohne weitere Bedingungen.

Das Auto zieht mit um!

Möchtest Du Dein Fahrzeug von Deutschland in die Schweiz mitnehmen, musst Du es früher oder später in Deutschland ab- und in der Schweiz an Deinem Wohnort anmelden. Zeit verschaffst Du Dir hier mit einem einfachen „Trick“.

Gehört Dir das Fahrzeug seit mindestens 6 Monaten und kannst Du das auch nachweisen – zum Beispiel durch Kaufvertrag oder die Zulassungsbescheinigung – dann kannst Du Dein Auto als Umzugsgut deklarieren. Damit hast Du ein Jahr Zeit für die Anmeldung an Deinem Schweizer Wohnsitz.

Kosten für die Verzollung entfallen, auch eine Mehrwertsteuerquittung ist nicht nötig.

Für die Anmeldung benötigst Du die Bestätigung vom Zoll, die Du bei der Einfuhr erhältst.

Führst Du einen Neuwagen mit Deinem Umzug in die Schweiz ein oder ein Fahrzeug, das Du weniger als 6 Monate besitzt, musst Du die Ummeldung innerhalb eines Monats durchführen.

Mit der Anmeldung des Autos muss gleichzeitig auch Dein Führerschein geändert werden. Dein deutscher Führerschein ist in der Schweiz 12 Monate gültig, danach erhältst Du einen Schweizer Führerausweis. Die Umschreibung erledigst Du auf dem zuständigen Verkehrsamt, es fallen Kosten von ca. 90 CFR an.

Mit der Ummeldung wird Dir eine Einladung zur Fahrzeugprüfung überreicht. Die sogenannte MFK ist mit der Hauptuntersuchung beim TÜV in Deutschland vergleichbar. Achte darauf, dass Dein Fahrzeug gut gereinigt und allgemein in gutem Zustand ist, die Schweizer Prüfer können streng sein.

Die Sache mit dem Zoll – Hausrat einführen

Hast Du einen Wohnsitz in der Schweiz, dann kannst Du Deinen gesamten Hausrat, Haustiere, Pflanzen und auch Dein Auto zollfrei ins Land einführen. Bedingung ist, dass die Gegenstände bereits 6 Monate in Deinem Besitz sind und Du auch beabsichtigst, sie weiter zu benutzen.

Bei der Einreise legst Du der Zollstelle das Formular 18.44 „Übersiedlungsgut“ vor, zum Nachweis der Aufenthaltsgenehmigung sind Arbeits- oder Mietvertrag ausreichend. Weiterhin wird eine Inventarliste verlangt, in der Dein kompletter Hausrat aufgeführt ist.

Du musst allerdings nicht jedes Teil einzeln benennen. So ist zum Beispiel die Angabe der Anzahl von Büchern oder CDs die Du besitzt ausreichend. Alle Waren, die nicht zum Umzugsgut gezählt werden können, musst Du am Ende der Liste mit Angabe des Warenwertes gesondert angeben und verzollen.

Holst Du bei einer weiteren Tour noch Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände nach, musst Du diese bereits bei der ersten Einfuhr in die Schweiz mit auflisten. Optimalerweise sprichst Du vorher mit der Zollstelle ab, wie das gehandhabt werden soll.

Die Einreise muss darüber hinaus unbedingt zu den regulären Öffnungszeiten der Zollstelle stattfinden, bist Du beim Zoll angekommen, dann ordne Dich mit Deinem Fahrzeug auf der Spur „Import von Handelswaren“ und melde Dich erst beim deutschen, dann beim Schweizer Zoll.

Ummelden – direkt nach dem Umzug

Ebenso wie in Deutschland musst Du Dichi auch in der Schweiz zügig und innerhalb von höchstens 14 Tagen an Eurem neuen Wohnsitz anmelden.

Für die Anmeldung bei der Gemeinde benötigst Du folgende Unterlagen und Dokumente, die Kosten betragen zwischen 20 und 40 CHF:

  • Gültiger Personalausweis
  • Mietvertrag und Arbeitsvertrag
  • Krankenversicherungskarte
  • Ggfs. Passbild

Besondere Umzugsregelungen

Willst Du in die Schweiz umziehen und Dein Umzugsgut einführen, gibt es noch einige Spezialitäten zu beachten, dazu gehören zum Beispiel folgende Punkte:

  • Für die Nutzung von Autobahnen innerhalb der Schweiz benötigst Du eine Autobahnvignette. Diese ist für ein Kalenderjahr gültig, Du erhältst sie zum Beispiel an der Tankstelle.
  • Ziehst Du mit einem Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen um, wird eine Schwerverkehrsabgabe fällig.
  • Achte darauf, Dein Fahrzeug nicht zu überladen. Übersteigt das Gesamtgewicht die Angaben zur Zulässigkeit in den Papieren, wird Dir der Zoll die Einreise verweigern.
  • In der Schweiz herrscht ein Nachtfahrverbot für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Du darfst in der Zeit von 22 bis 5 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht fahren.

Für die Einfuhr von Tieren und Waffen gibt es zum Teil ebenfalls spezielle Regeln, über die Du Dich vor der Einreise genau informieren solltest.

Tiere müssen ebenso wie das andere Umzugsgut auf der Inventarliste aufgeführt werden, ansonsten gelten veterinärrechtliche Bestimmungen, zum Beispiel was Impfungen angeht. Informationen dazu erhältst Du beim Bundesamt für Veterinärwesen in Bern.

Wohnen in der Schweiz

Vor allem in den Schweizer Großstädten ist die Wohnungssuche gar nicht mal so einfach. Die Mieten sind hoch und die Suche aus der Ferne oft mühsam und langwierig. Eine Übergangslösung kann ein WG-Zimmer oder ein möbliertes Zimmer bieten. Diese sind leichter zu finden und erleichtern Dir die Wohnungssuche vor Ort.

Vermieter in der Schweiz verlangen in der Regel folgende Dokumente und das auch schon vor der Unterzeichnung des Mietvertrages:

  • Gültiger Ausweis
  • Betreibungsauskunft (ähnlich wie Schufa-Auskunft in Deutschland)
  • Kontaktdaten des letzten Vermieters
  • Arbeitsvertrag

Bei Schweizer Vermietern kommt ein Bewerbungsschreiben mit Foto häufig gut an. Darin solltest Du Deine Vorzüge schildern und dem Vermieter klarmachen, warum Du diese Wohnung brauchst und warum Du der geeignete Mieter bist.