So meldest du dich bequem & sicher um

Nach dem Umzug: Ummelden nicht vergessen!

Zu einer der wichtigsten bürokratischen Aufgaben rund um den Umzug gehört die Ummeldung Deines Wohnortes. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Grundsätzlich ist das eine einfache Angelegenheit. Du meldest Dich persönlich oder online bei Deiner zuständigen Meldebehörde und gibst Deinen neuen Wohnort an.

Wichtig ist es, die erforderlichen Unterlagen dabei zu haben und die Fristen für die Ummeldung einzuhalten. Je nach Bundesland ist die Ummeldung kostenfrei oder es fällt eine geringe Verwaltungsgebühr an.

In Hamburg werden zum Beispiel für die Anmeldung eines neuen Wohnsitzes 6 Euro fällig. Allerdings musst Du längst nicht nur Deinen Wohnsitz selbst ummelden.

Auch Auto, Energieversorger, Telefon und Internet müssen ab- bzw. umgemeldet werden. Bescheid über den Umzug sollten auch Banken und Versicherungen wissen.

Wohnsitz persönlich ummelden – Oder gehts auch online?

In der Regel musst Du persönlich beim Einwohnermeldeamt erscheinen, wenn Du Deinen neuen Wohnsitz anmelden möchtest. Der Grund dafür ist recht einfach: Durch die Vorlage Deines Personalausweises und Dein persönliches Erscheinen hat der Sachbearbeiter die einfachste Möglichkeit, Deine Identität zu prüfen.

Außerdem muss die Adresse auf dem Ausweis selbst aktualisiert werden. In einigen Bundesländern klappt die Ummeldung allerdings auch auf dem Postweg, so zum Beispiel in Bayern.

Für Deine fristgerechte Anmeldung ist es ausreichend, ein ausgefülltes und unterschriebenes Meldeformular sowie eine Kopie Deines Personalausweises vorzulegen.

Die Änderung der Anschrift im Ausweis kannst Du dann erledigen, wenn Du das nächste Mal ohnehin aufs Amt musst, zum Beispiel um Dein Fahrzeug umzumelden.

Die Online-Ummeldung geht aktuell nur auf indirektem Wege und auch nur in Bayern. So kannst du einen Dienstleister online beauftragen, der als Bevollmächtigter die Ummeldung für Dich übernimmt.

Der Vorteil dieses Weges liegt auf der Hand: Du ersparst Dir den Gang zum Einwohnermeldeamt und eventuell lange Wartezeiten. Wie die Ummeldung des Wohnsitzes per Vollmacht geht, erfährst Du im nächsten Abschnitt.

Vollmacht für das Ummelden

Krankheit oder berufliche Gründe können es schon mal unmöglich machen, rechtzeitig zur Ummeldung im Einwohnermeldeamt zu erscheinen. Gut, wenn Du Freunde oder Familie hast, die das für Dich übernehmen. Damit das klappt, ist eine Vollmacht nötig.

Die kann formlos erstellt werden, muss mindestens folgende Angaben erhalten:

  • Name, Anschrift und Unterschrift des Vollmachtgebers
  • Name und Anschrift des Bevollmächtigten
  • Datum der Ausstellung
  • Umfang der Vollmacht

Die Vollmacht für Deine Ummeldung kannst Du zum Beispiel so formulieren:

„Hiermit erteile ich Herrn/ Frau XYZ die Vollmacht zur Regelung meiner melderechtlichen Angelegenheiten.“
Damit die Meldebehörde die Vollmacht anerkennt, müssen außerdem die Ausweise, am besten im Original, vorgelegt werden. Das von Dir unterschriebene Meldeformular ist ebenfalls wichtiger Teil der Unterlagen. Möchtest Du in Bayern eine private Vollmacht erteilen, muss diese außerdem beglaubigt sein.

Die Vermieterbescheinigung – Pflicht seit November 2015

Seit November 2015 wieder eingeführt ist die Vermieterbescheinigung. Die ist laut bundesweit gültigem Meldegesetz bei jedem Umzug vorzulegen.

Denke also daran, Dir die Mietbescheinigung vom neuen Vermieter rechtzeitig zu besorgen. Mit diesem Schreiben bestätigt er Dir, dass Du auch wirklich bei ihm einziehst und Deine Angaben richtig sind.

In der Bescheinigung – die gerne auch formlos sein darf – müssen mindestens folgende Informationen enthalten sein:

  • Name und Anschrift des Vermieters
  • Angaben über den Einzug mit genauem Datum
  • Adresse der vermieteten Wohnung
  • Personalien aller neuen Mieter
  • Unterschrift des Vermieters

Möchtest Du lieber ein Formular benutzen, erhältst Du dies bei den Meldeämtern der Gemeinde oder als Download auf vielen Seiten im Netz. Neben der Einzugsbestätigung ist Dein Vermieter auch verpflichtet, Dir eine Auszugsbestätigung auszustellen.

Die brauchst Du allerdings nur dann, wenn Du ins Ausland umziehst. Innerhalb von Deutschland ist es ausreichend, Dich bei Deinem neuen Wohnort anzumelden, die Abmeldung erfolgt dann ganz automatisch.

Mehrere Wohnsitze – Du musst Dich entscheiden

Kommt zu Deinem Hauptwohnsitz noch ein Nebenwohnsitz hinzu, zum Beispiel weil Du studierst, dann musst Du Dich auch dort ordnungsgemäß anmelden. Dabei gilt als Hauptwohnsitz der Ort, an dem Du Dich zeitmäßig überwiegend aufhältst.

Eine Ausnahme bilden Familien: Dein Hauptwohnsitz ist immer dort, wo Deine Familie lebt. Bei der Anmeldung eines zweiten Wohnsitzes fällt häufig eine Zweitwohnsteuer an. Die kann allerdings für Studierende oder Bewohner ohne eigenes Einkommen ausgesetzt werden.

Die Einwohnermeldebehörde, aber auch Mietervereine oder die Verbraucherzentralen vor Ort sind hier gute und kompetente Ansprechpartner, wenn es um Ausnahmeregelungen rund um den Zweitwohnsitz geht.

Fristen beachten

Mit dem neuen Meldegesetz gibt es auch neue und strengere Fristen. Meldest Du Dich nicht fristgerecht innerhalb einer Woche nach Deinem Umzug bei der zuständigen Meldebehörde an, kann das theoretisch teuer werden.

Bis zu 1.000 Euro drohen als Strafe. Das gilt übrigens auch für Vermieter, die die Wohnungsgeberbestätigung nicht rechtzeitig ausstellen.

Die Einwohnermeldeämter können diese Möglichkeit allerdings nach eigenem Ermessen handhaben und selbst bestimmen, in welchen Fristen die Ummeldung erfolgen soll, bzw. wie hoch eventuell Strafen ausfallen.

In der Praxis gibt es allerdings kaum Kontrollen zur Einhaltung des Meldegesetzes.

Auto ummelden – eine leichte Sache

Seit Januar 2015 darf Dein Fahrzeug bei einem Umzug die vorhandenen Kennzeichen behalten. Das gilt sogar dann, wenn Du in eine neue Stadt umziehst. Du sparst also beim Umzug die Kosten für ein neues Nummernschild.

Ummelden musst Du Auto und Motorrad allerdings nach wie vor und zwar bei der Kfz-Zulassungsstelle. Idealerweise erledigst Du das dann, wenn Du Dich beim Einwohnermeldeamt am neuen Wohnsitz anmeldest.

Ebenso wie diese Anmeldung kannst Du auch beim Fahrzeug einen Bevollmächtigten für Dich benennen, der diesen Job erledigt.

Auf in die neue Wohnung – Diese Dienstleistungen musst Du rechtzeitig ummelden

Neben dem Ummelden des Wohnsitzes gibt es noch weitere Dinge, die Du vor oder kurz nach Deinem Umzug unbedingt erledigen musst. Einige Punkte solltest Du bereits vor Deinem Umzug vorbereiten, bzw. erledigt haben.

So ist es wichtig, den neuen DSL- und Telefonanschluss frühzeitig umzumelden. Dies solltest Du ca. drei bis vier Wochen vor dem Umzug in Angriff nehmen. Je nach Telefonanbieter kannst Du den Umzugsservice nutzen und am Umzugstag steht in Deiner neuen Wohnung auch Dein Anschluss bereit.

Das Gleiche gilt für Deinen Kabel- oder IPTV-Anbieter. Auch hier kannst Du den Umzugsservice nutzen. Willst Du den Anschluss abmelden, musst Du allerdings die geltenden Kündigungsfristen beachten.

Auch die Energieversorger müssen rechtzeitig informiert werden. Je nachdem, ob Du ausschließlich Strom oder zusätzlich auch noch Gas von einem Anbieter mit eigenem Vertrag beziehst, musst Du rechtzeitig kündigen.

Vergiss nicht, Dich auch bei Deiner Bank, der Kfz- und Krankenversicherung, der Gebühreneinzugszentrale und weiteren Institutionen umzumelden, von denen Du Post erwartest.

Damit Dir kein wichtiger Brief entgeht, solltest Du für die ersten Wochen und Monate nach dem Umzug einen Nachsendeantrag bei der Post stellen.

Damit Du das Ummelden bei allen wichtigen Adressaten und Institutionen nicht vergisst und auch sonst den Überblick behältst, empfehlen wir Dir, Checklisten für den Umzug anzulegen. Die helfen Dir dabei, entspannt zu bleiben und nichts Wichtiges zu vergessen.