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Tierhaltung in der Mietwohnung: Diese 7 wichtigen Aspekte & Gesetze solltest Du kennen

Die meisten Menschen lieben Tiere und sehr viele wünschen sich ein Haustier. Statistiken zeigen, dass zurzeit allein in Deutschland 30 Millionen Haustiere gehalten werden.

Spitzenreiter ist die Katze: 13 Millionen Stubentiger leben in deutschen Haushalten. Den zweiten Platz belegt der Hund mit fast 8 Millionen Tieren.

Aber so niedlich, verschmust und anhänglich Haustiere auch sind, so können sie gerade in Mietwohnungen auch zum Problem werden.

Für viele Vermieter sind Haustiere ein rotes Tuch und ein ewiger Streitpunkt mit dem Mieter. Doch darf dein Vermieter dir die Haltung eines Haustieres überhaupt verbieten?

Wir nennen dir die wichtigsten Fakten und sagen dir, welche Tiere uneingeschränkt erlaubt und welche im Zweifelsfall verboten sind.

Haustiere sind häufiger Streitpunkt zwischen Mieter und Vermieter

Ein Haustier bringt viele Vorteile mit sich: Es lehrt Verantwortung, ist ein treuer Begleiter und tut erwiesenermaßen Körper und Psyche gut. Gerade Hundehalter sind häufig an der frischen Luft und bewegen sich viel, was förderlich für ein intaktes Immunsystem ist.

Etwas, was einem Mieter so gut tut, kann ihm ein Vermieter doch nicht verbieten, oder? Das kann man leider pauschal nicht so einfach beantworten. Denn die meisten Haustiere bringen ja nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich – und die haben meistens auch Auswirkungen auf den Vermieter und die übrigen Hausbewohner.

Haustiere können sehr viel Schmutz in der Wohnung, aber auch im Treppenhaus verursachen; vor allem Hunde, aber auch Papageien und Katzen können zudem zur Lärmbelästigung werden. Die Tiere, ihr Futter und auch ihre Einstreu können einen unangenehmen Geruch verströmen.

Und nicht zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, dass die Nachbarn im Mehrfamilienhaus allergisch auf dein Tier reagieren und gesundheitliche Probleme bekommen.

Haustierhaltung als Einzelfallprüfung

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Haustierhaltung immer als Einzelfall beurteilt und geprüft werden muss – ein pauschales Haustierverbot ist damit ebenso unzulässig wie die Annahme, dass jedes Haustier ein willkommener Gast ist.

Was bedeutet das jetzt konkret? Musst du deinen Vermieter bei jedem Tier um Erlaubnis bitten? Bei welchem Tier stehen die Chancen auf Zustimmung gut, bei welchem eher schlecht? Wir fassen die wichtigsten Punkte für dich zusammen:

1. Kein uneingeschränktes Verbot zur Tierhaltung

Steht in deinem Mietvertrag eine Vertragsklausel, in der die Haltung von Hunden und Katzen und anderen Kleintieren kategorisch ausgeschlossen wird, so ist diese unwirksam. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Grundsatz-Urteil entschieden.

Dennoch brauchst du das Einverständnis deines Vermieters. Jeder Wunsch auf Tierhaltung muss jedoch individuell geprüft werden und darf nur mit einer stichhaltigen Begründung und einer Auflistung der dagegen sprechenden Argumente abgelehnt werden.

Die Argumente, dass der Vermieter keine Hunde mag oder die Katze in der Wohnung Fell verliert, zählen zum Beispiel nicht. Ist die Wohnung jedoch sehr hellhörig, kann dein Vermieter die Haltung eines Hundes verbieten, da er damit rechnen muss, dass die anderen Mieter sich über die Lärmbelästigung beschweren und im schlimmsten Fall mit Mietminderung drohen werden.

Hat eine Nachbarin nachweislich eine starke Tierhaarallergie, so kann auch dieses Argument dir einen Strich durch die Rechnung machen. Gerade auch Halter von Kampfhunden haben oftmals schlechte Karten, da die Sicherheitsbedenken deines Vermieters als sachliches Argument zählen.

Darüber hinaus spielt natürlich auch die Größe der Wohnung und die Größe des Tieres eine Rolle. Ein kleiner Yorkshire Terrier ist zum Beispiel in einer 50 m² großen Wohnung besser aufgehoben als ein großer Schäferhund.

Sollten du und dein Vermieter euch nicht einig werden, ist der Gang zum Anwalt bzw. vors Gericht die letzte Möglichkeit. Dort hat der Vermieter in der Regel nur eine reelle Chance auf Ablehnung, wenn seine Argumente sachlich und überzeugend sind.

2. Käfigtiere sind in der Regel erlaubt

Auch wenn es mit Hund oder Katze schwierig werden kann, so musst du nicht ganz auf Haustiere verzichten. Kleintiere, die in Käfigen, Aquarien oder Terrarien gehalten werden, sind in der Regel nämlich allgemein erlaubt und bedürfen keiner Erlaubnis von Seiten des Vermieters.

Das liegt daran, dass Hamster, Meerschweinchen, Wellensittich und Co. durch ihr Leben im Käfig nicht zur Belästigung der anderen Hausbewohner werden und auch keine Beschädigungen an der Wohnung verursachen können.

Auch hier gibt es allerdings Einschränkungen. Zum einen muss die Anzahl der Tiere im erträglichen Rahmen bleiben und zur Größe der Wohnung passen.

Gegen ein Wohnzimmer voller Hausratten kann dein Vermieter sein Veto ebenso einlegen wie gegen ein riesiges 2000 Liter-Aquarium, das im schlimmsten Fall für eine gigantische Überschwemmung sorgen kann.

Eine weitere Ausnahme können giftige und exotische Tiere wie Schlangen oder Vogelspinnen darstellen, die unter Umständen zur Bedrohung der anderen Hausbewohner werden können. Hier ist es ratsam, vor der Anschaffung mit dem Vermieter zu sprechen.

Die dritte Ausnahme stellen Käfigtiere dar, die sich lauthals bemerkbar machen können. Über einen kleinen Kanarienvogel wird sich niemand beschweren, über einen Papagei, der den ganzen Tag lautstark krächzt, eventuell schon. Auch hier solltest du deinen Vermieter um Erlaubnis bitten.

3. Die Zustimmung widerrufen

Tiere sind Lebewesen und diese können sich, genau wie wir Menschen, mit der Zeit und durch bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen verändern. War ein Hund, der bereits als Welpe in die Wohnung einzog, jahrelang immer relativ ruhig, so kann er sich im Laufe der Zeit durch besondere Umstände zu einem richtigen Kläffer entwickeln.

Die Katze, die sonst immer elegant durchs Treppenhaus scharwenzelte, kann durch negative Erfahrungen aggressiv werden und die anderen Hausbewohner anfallen. Hat der Vermieter triftige Gründe dieser Art, die zum Zeitpunkt der Zustimmung noch nicht absehbar waren, so kann er sein Einverständnis widerrufen und von dir verlangen, dein Haustier wegzugeben.

4. Gleiches Recht für alle

Gibt es im Mietshaus deines Vermieters bereits Hunde und Katzen, so steigen deine Chancen auf Zustimmung. Denn das, was der Vermieter deinem Nachbarn erlaubt, muss er prinzipiell auch dir gestatten.

Allerdings nur, wenn die Bedingungen auch wirklich vergleichbar sind. Das heißt: Die Wohnung deines Nachbarn muss in etwa gleich groß sein und von der gleichen Anzahl Personen bewohnt werden wie deine Wohnung.

Lebst du mit deiner fünfköpfigen Familie in der Dreizimmer-Wohnung, ist die Wohnsituation eine andere, als wenn dein Nachbar sich die drei Zimmer nur mit seinem Hund teilt. Hält dein Nachbar eine Katze, die ständig in der Wohnung bleibt, muss dein Vermieter dir nicht zwangsläufig einen Hund erlauben, mit dem du täglich mehrmals durchs Treppenhaus spazierst.

Und auch auf die Größe des Tieres kommt es wieder an. Hat dein Vermieter deinem Nachbarn die Haltung eines Mops genehmigt, so muss er dir die Anschaffung einer Dogge trotzdem nicht erlauben.

Sind allerdings Wohnsituation, Tier und Größe des Tieres identisch oder zumindest vergleichbar, so steht der Anschaffung eines Haustieres eigentlich nichts im Wege. Dennoch brauchst du unbedingt die Zustimmung deines Vermieters und darfst nicht ungefragt mit Hund und Katze einziehen.

5. Besuch von Tieren

Wenn du dir gar nicht selber einen Hund oder eine Katze anschaffen möchtest, sondern nur Besuch von Tierhaltern und ihren Vierbeinern bekommst, dann brauchst du auch keine Zustimmung deines Vermieters – auch nicht, wenn dein Besuch nicht nur für ein paar Stunden, sondern sogar über Nacht bei dir bleibt.

Besuch zu empfangen gehört zum normalen Wohnverhalten dazu und ist somit auch vertragsgemäß. Anders verhält es sich, wenn dich dein Freund bittet, den Hund während seines Urlaubs in deiner Wohnung aufzunehmen und dich während seines Urlaubs um ihn zu kümmern.

Hierfür benötigst du in jedem Fall die Zustimmung deines Vermieters – und diese kann er dir auch verweigern.

6. Neue Situationen erfordern neue Absprachen

Wenn du und dein Vermieter euch einig geworden seid und er dir die Haltung eines Haustieres erlaubt hat, dann genieße das Zusammensein mit deinem Vierbeiner. Um späteren Ärger mit ihm und deinen Hausnachbarn zu umgehen, versuche, Lärm, Schmutz und Geruch möglichst zu vermeiden und Rücksicht auf deine Mitmenschen zu nehmen.

Der Gebrauch von Kotbeuteln und – gerade in der regnerischen Herbst- und Winterzeit – eines Pfotentuches stimmt die Mitbewohner sicherlich milde. So werden sie gelegentlich Bellen etc. garantiert tolerieren.

Eine Sache solltest du allerdings noch bedenken: Wenn sich etwas an deiner Haustier-Situation ändert, sprich, du dir ein anderes oder auch ein weiteres Haustier zulegen möchtest, so musst du das erneut mit deinem Vermieter besprechen.

Denn auch hier gilt es wieder, den Einzelfall zu prüfen und zu bewerten. Wenn du dich als Haustierhalter aber bisher von deiner besten Seite gezeigt hast, stehen deine Chancen sicherlich gut.

7. Kündigung bei Vertragsverstoß

Dein Vermieter hat deinen Antrag auf Haustierhaltung mit stichhaltigen Gründen abgelehnt? Wenn du das Gefühl hast, die besseren Argumente zu haben, hast du natürlich die Möglichkeit, einen Anwalt einzuschalten und mit der Angelegenheit vor Gericht zu ziehen.

Wenn du dich allerdings einfach über die Absage hinwegsetzt und dir gegen den Willen deines Vermieters ein Haustier in die Wohnung holst, so handelst du vertragswidrig.

Die Konsequenz kann eine Abmahnung und im schlimmsten Fall eine Kündigung des Mietvertrages sein. Außerdem hat der Vermieter das Recht, die Abgabe des Tieres zu verlangen.

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