Nachmieter finden

Wie du schnell einen Nachmieter findest, den dein Vermieter liebt

Du möchtest möglichst schnell aus deiner jetzigen Wohnung ausziehen und suchst deshalb einen Nachmieter?

Dein Vermieter ist in der Regel gesetzlich nicht dazu verpflichtet, deinen Wunschkandidaten zu akzeptieren und dich vorzeitig aus dem Mietverhältnis zu entlassen. Deshalb solltest du auf Nummer sicher gehen und einen Nachmieter suchen, den dein Vermieter einfach nicht ablehnen möchte.

Wir zeigen dir, wo du solche Traum-Nachfolger findest, welche Eigenschaften und Argumente besonders überzeugend sind und welche Vorteile ein Nachmieter für dich mit sich bringt.

Was solltest du im Vorwege mit deinem Vermieter klären?

Sobald du Umzugspläne geschmiedet und dein Kündigungsschreiben aufgesetzt hast, kannst du mit der Suche nach einem Nachmieter beginnen. Bevor du startest, ist es allerdings ratsam, dein Vorhaben kurz mit deinem Vermieter abzuklären.

Im schlimmsten Fall weist er dich nämlich bei deiner Kündigung direkt darauf hin, dass er gar keinen Nachmieter möchte, weil er zum Beispiel deine Wohnung komplett sanieren will oder andere Pläne mit der Wohnung hat.

Ist dein Vermieter aber damit einverstanden, dass du einen Nachmieter suchst und so eventuell vorzeitig aus dem Mietverhältnis entlassen wirst, dann kannst du ihn in die Suche mit einbeziehen, indem er dir seine konkreten Wünsche, zum Beispiel hinsichtlich der idealen Personenanzahl, der Mietdauer etc., nennt.

Außerdem kannst du ihm anbieten, dass er bei den Wohnungsbesichtigungen dabei sein kann. Erfahrungsgemäß schont es aber sowohl deine als auch die Nerven deines Vermieters, wenn du eine kleine Vorauswahl triffst und ihm dann nur eine begrenzte Anzahl von Interessenten vorstellst.

Wo findest du einen passenden Nachmieter?

Erkundige dich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis, ob es jemanden gibt, der sich auf Wohnungssuche befindet und für den deine Wohnung passend wäre.

Auch eine Anfrage in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. kann hier hilfreich sein, um geeignete Kontakte herzustellen und deine Suche publik zu machen. Der Vorteil ist, dass du diese potentiellen Nachmieter dann (zumindest ein bisschen) kennst und besser einschätzen kannst, ob sie dem Ideal deines Vermieters entsprechen.

Eine weitere Möglichkeit sind Aushänge in deinem Stadtteil – zum Beispiel an Schwarzen Brettern in Supermärkten, Kindergärten, Sportvereinen etc. Auch hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dir die Interessenten bekannt sind oder du dich im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft erkundigen kannst, ob sie beispielsweise zuverlässig und zahlungsfähig sind.

Eine weitere Option ist eine oder auch mehrere Anzeigen im Internet zu schalten, zum Beispiel auf verschiedenen Immobilienportalen.

Diese sind in den meisten Fällen kostenlos und schnell erstellt. Empfehlenswert ist es, eine Anzeige auf deinen Namen – und nicht auf den des Vermieters – zu veröffentlichen, um so eine Vorauswahl treffen zu können.

Suchst du einen Nachmieter, der gerne auch schon etwas älter sein darf, lohnt es sich auch, eine Annonce in regionalen Wochenblättern oder im Lokalteil der Tageszeitung zu inserieren.

Je präziser die Anzeige ist (gerne auch mit Fotos), desto geringer ist der Arbeitsaufwand, da so bei den Interessenten keine oder nur wenige Fragen offen bleiben. Außerdem werden so auch nur diejenigen Besichtigungstermine ausmachen, für die Wohnungsgröße, Miete, Lage etc. in Frage kommen.

Apropos Wohnungsbesichtigung: Bereite einen Bewerbungsbogen vor, in den die Interessenten wichtige Daten wie Name, Alter, Beruf, Familienstand (und somit die Anzahl der Personen, die einziehen wollen), Einzugsdatum sowie Telefonnummer und Anschrift eintragen können. Diese Bögen verschaffen nicht nur dir, sondern auch deinem Vermieter einen ersten Überblick.

Beim Besichtigungstermin hast du auch die Chance, Absprachen bezüglich Übernahme einiger Einrichtungsgegenstände oder Bodenbeläge zu treffen. Dies solltest du unbedingt tun, damit die Wohnung dann möglichst an jemanden vermietet wird, der nicht nur deinem Vermieter gefällt, sondern der auch bereit ist, deine Einbauküche etc. zu übernehmen.

Worauf musst du bei der Wahl des Nachmieters achten?

In der Regel ist es empfehlenswert, einen Nachfolger zu suchen, der dir als Vertragspartner ähnelt.

Das bedeutet: Wenn du alleine in der Wohnung lebst, solltest du kein Paar als Nachmieter vorschlagen. Wenn du kein Haustier hast, sollten auch die Interessenten keines haben etc.

Von großem Vorteil ist, wenn du den potentiellen Nachmieter bereits kennst, weil es eine Person aus deinem Freundes- oder Bekanntenkreis ist. Dann kennst du den Charakter sowie seine Lebenssituation und kannst einschätzen, ob er gut in die Hausgemeinschaft passt und auch den Ansprüchen des Vermieters gerecht wird.

Möglicherweise kannst du ihn vor dem Gespräch mit dem Vermieter darauf hinweisen, worauf dieser gesteigerten Wert legt und mit welchen Gesprächsthemen man bei ihm punkten kann – allerdings solltet Ihr dem Vermieter keine falschen Tatsachen vorgaukeln.

Anders verhält es sich, wenn du den Nachmieter über Annoncen oder Internetportale kennengelernt hast. In diesem Fall musst du dich vor allem auf dein Bauchgefühl verlassen. Ebenso wie dein Vermieter hast du rein rechtlich gesehen nicht die Befugnis, den potentiellen Nachfolger nach seinem Privatleben und seinen politischen, religiösen und sozialen Einstellungen zu befragen.

Natürlich ist dies in der Realität ein Stück weit unvermeidbar – nämlich dann, wenn du ein privates Gespräch mit der Person führst. Aus juristischer Sicht ist es dem potentiellen Nachmieter dabei aber erlaubt, nicht wahrheitsgemäß auf deine privaten Fragen – oder auf die des Vermieters – zu antworten.

Dies hat das Gesetz so entschieden, um Bewerber nicht aufgrund von persönlichen Einstellungen bei der Wohnungssuche zu benachteiligen. Nicht davon betroffen sind allerdings Fragen nach dem Einkommen und Beruf – diese müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Mit ein wenig Fingerspitzengefühl, offenen Fragen und einem lockeren Gespräch wird es dir aber sicher gelingen, herauszufinden, ob der potentielle Nachmieter verantwortungsbewusst und sympathisch ist und du ihn ruhigen Gewissens deinem Vermieter empfehlen kannst.

Charaktereigenschaft Nummer 1: zahlungsfähig

Das wichtigste für einen Vermieter ist im Normalfall die finanzielle Situation des Mieters, sprich, ob er dazu in der Lage ist, die Mietzahlungen regelmäßig zu leisten. Deshalb wird deinem Vermieter daran gelegen sein, an jemanden die Wohnung zu vermieten, der ein festes, regelmäßiges Einkommen hat und schuldenfrei ist.

Fragt der Vermieter den potenziellen Nachmieter nach seinem Einkommen, seinem Beruf und seinem Arbeitgeber so ist das absolut zulässig und muss wahrheitsgemäß beantwortet werden. Das Gehalt sollte dabei im Übrigen so hoch sein, dass das Verhältnis zur Miete angemessen ist.

Beträgt die Miete mehr als 75% des Nettoeinkommens, dann muss der Vermieter darüber informiert werden, da es sich somit um eine unverhältnismäßig hohe finanzielle Belastung für den Mieter handelt – ein Risiko, das ein Vermieter, wenn es um die Suche nach einem Nachmieter geht, nur ungern eingehen wird.

Übrigens sind auch nur wenige Vermieter Studenten oder Arbeitssuchenden als potentiellen Mietern gegenüber aufgeschlossen.

Charaktereigenschaft Nummer 2: sesshaft

Fast alle Vermieter sind an einem möglichst langfristigen Mietverhältnis interessiert, denn jeder Mieterwechsel bedeutet Arbeit, Kosten und eine Menge Aufwand für den Vermieter. Deshalb suche einen Nachfolger, der eher sesshaft ist und plant, auf Dauer in der Wohnung zu bleiben.

Das kannst du zum Beispiel daran erkennen, ob der Nachmieter schon lange in der Region lebt und hier familiär sozial verankert ist und ob er schon seit einiger Zeit für ein und denselben Arbeitgeber tätig ist.

Anders verhält es sich übrigens, wenn dein Vermieter in nächster Zeit Eigenbedarf ankündigen will oder größere Sanierungsarbeiten am Haus plant – in diesem Fall will dein Vermieter die Wohnung eher übergangsweise vermieten und ist an einem kurzzeitigen Mietverhältnis interessiert.

Die Idealbesetzung wäre dann jemand, der nur übergangsweise, zum Beispiel aufgrund eines berufsbedingten Projektes, eine Wohnung sucht. Erkundige dich bei deinem Vermieter, was seine Pläne und Wünsche sind und wer ihm diesbezüglich besser ins Konzept passen würde.

Charaktereigenschaft Nummer 3: verantwortungsbewusst

Ein weiterer wichtiger Punkt, der jeden Vermieter überzeugt, ist, wenn der Mieter einen sehr zuverlässigen und verantwortungsbewussten Eindruck hinterlässt. Die Mietwohnung ist schließlich Eigentum deines Vermieters – und dieses sollte möglichst pfleglich und gewissenhaft behandelt werden.

Kratzer im Parkett, Risse im Teppich, kleine Dellen in den Wänden – alles Schäden, die durch ganz normale Abnutzungen entstehen und für die deshalb in der Regel bei Mieterwechsel der Vermieter aufkommen muss. Auch wenn diese Abnutzungserscheinungen ganz normal sind, so fallen sie für gewöhnlich geringer aus, je ordentlicher sich ein Mieter in der Wohnung verhält.

Natürlich kann man einem Menschen nicht ansehen, ob er verantwortungsbewusst und ordentlich ist – dennoch zählt häufig der erste Eindruck und dieser fällt vielfach positiver aus, wenn man ein gepflegtes und seriöses Erscheinungsbild vorweisen kann.

Charaktereigenschaft Nummer 4: rücksichtsvoll

Gerade wenn im Haus mehrere Parteien wohnen, ist dem Vermieter oft an einem rücksichtsvollen, nachbarschaftlichen Miteinander gelegen. Ein Nachmieter, der im persönlichen Gespräch erwähnt, dass er gerne liest, erhält vermutlich mehr Zuspruch als jemand, der begeistert von seinen allabendlichen Trommelübungen berichtet.

Auch Kinder bedeuten oftmals Lärm – ob dein Vermieter kinderfreundlich ist und es begrüßt, wenn frischer Wind ins Haus kommt, musst du individuell einschätzen oder ihn konkret danach befragen.

Informiere deinen möglichen Nachfolger außerdem vor dem Gespräch mit dem Vermieter, ob er als Mieter irgendwelche gemeinschaftlichen Pflichten, wie zum Beispiel die Treppenhausreinigung, übernehmen muss, damit dieser im Vorwege entscheiden kann, ob er dazu überhaupt bereit ist.

Du kennst deine Nachbarn – überlege, ob der potentielle Nachmieter gut in die Mieterstruktur des Hauses hineinpassen würde.

Charaktereigenschaft Nummer 5: spontan

Zumindest, wenn es um das Umzugsdatum geht, sollte der potentielle Nachmieter möglichst spontan sein. Nur dann ist es erreichbar, dass Ihr einen übergangslosen Mieterwechsel vornehmt bzw. du im besten Fall deine Kündigungsfrist sogar noch abkürzen und somit Geld einsparen kannst.

Dein Vermieter möchte natürlich keine Kosteneinbußen durch Leerstand und sucht deshalb einen Mieter, der direkt nach deinem Auszug einzieht und für die Miete aufkommt.

Charaktereigenschaft Nummer 6: sympathisch beim ersten Kennenlernen

Mit dem Vorstellen des Nachmieters beim Vermieter verhält es sich in etwa so als würde man seinen Eltern das erste mal den neuen Partner vorstellen – man möchte, dass derjenige einen guten Eindruck hinterlässt und beide Parteien gut miteinander auskommen.

Und auch wenn es sehr oberflächlich ist, so muss man doch sagen, dass oftmals der erste optische Eindruck zählt.

Es kann also nicht schaden, wenn der Nachmieter sich um ein gepflegtes Erscheinungsbild bemüht.

Gute Umgangsformen, Höflichkeit und ein deutlich spürbares Interesse an der Wohnung sind weitere Pluspunkte, mit denen der Vermieter überzeugt werden kann.

Wähle in der Vorrunde also nur Personen aus, von denen du glaubst, dass sie deinen Vermieter überzeugen könnten. Um den Vermieter für sich zu gewinnen, ist es auch hilfreich, wenn der potentielle Nachmieter unaufgefordert eine Selbstauskunft zum Kennlerngespräch mitbringt.

Charakter des Vermieters: individuell

Im idealen Fall kennst du deinen Vermieter gut und weißt aus eigener Erfahrung, worauf er bei einem Mieter neben den aufgeführten Charaktereigenschaften besonderen Wert legt. Nutze dein Wissen aus und suche gemeinsam mit deinem Nachmieter Argumente, die deinen Vermieter überzeugen könnten.

Ist er besonders sparsam und freut sich, wenn der Mieter kleine Reparaturen mit etwas handwerklichem Geschick alleine durchführen kann?
Sucht er jemanden mit einem grünen Daumen, der sich mit Engagement um den Vorgarten kümmert?
Ist ihm daran gelegen, zusätzlich zur Wohnung noch einen Pkw-Stellplatz oder einen Hobbykellerraum mit zu vermieten?

So kannst du einen geeigneten Kandidaten finden, der perfekt zu den Vorstellungen deines Vermieters passt.

Welche Vorteile bringt ein Nachmieter?

Wenn es nicht ausdrücklich im Mietvertrag festgehalten ist, ist es natürlich nicht deine Pflicht, einen Nachmieter zu suchen. Du kannst auch einfach kündigen, die Kündigungsfrist einhalten und dann umziehen. Doch in der Regel lohnt es sich, sich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten zu machen.

Zum einen hast du so die Möglichkeit, mit Zustimmung deines Vermieters die reguläre Kündigungsfrist abzukürzen. In der Regel gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten – für jemanden, der spontan berufsbedingt oder aus privaten Gründen umziehen muss, ist das ein langer Zeitraum, der im schlechtesten Fall eine doppelte Mietbelastung bedeuten kann.

Findest du allerdings einen Nachmieter, mit dem dein Vermieter einverstanden ist, und der bereit ist, deine Wohnung umgehend zu übernehmen, so kommt dir dein Vermieter sicherlich insoweit entgegen, dass er mit einem vorzeitigen Mieterwechsel einverstanden ist. Das bedeutet, dass ein Nachmieter eine enorme Kostenersparnis mit sich bringen kann.

Ein weiterer Vorteil ist, dass du dich mit dem Nachmieter darüber einigen kannst, ob er Bodenbeläge, Einrichtungsgegenstände, farbige Wandgestaltungen etc. übernehmen möchte, so dass du zum einen um einige Renovierungsarbeiten herum kommst und zum anderen eventuell sogar eine geringe Ablösesumme einfordern kannst.

Das spart nicht nur eine Menge Zeit und Arbeit, sondern bedeutet auch finanzielle Vorteile für dich.