Mietkaution sparen

Bei der Anmietung einer Wohnung wird in den allermeisten Fällen auch eine Mietkaution fällig. Das ist noch einmal ein dicker finanzieller Brocken zu den ohnehin hohen Kosten, die bei einem Umzug anfallen. Zwar gibt es oft noch die Mietkaution der alten Wohnung – aber die ist häufig blockiert.

Die Vermieter lassen sich nach Deinem Auszug oft rund sechs Monate Zeit zur Rückzahlung, hast Du Schäden in der Wohnung verursacht, dann ist die zurückgezahlte Summe oft geringer als das, was Du einmal eingezahlt hast.

Eine clevere Alternative, mit der Du die Mietkaution sparen und die finanzielle Doppelbelastung vermeiden kannst, liegt in der sogenannten Kautionsbürgschaft.

Wie die Kautionsbürgschaft funktioniert

Auf den ersten Blick funktioniert die Kautionsbürgschaft ähnlich wie eine Versicherung: Du bezahlst eine jährliche Gebühr an das Versicherungsunternehmen und erhältst dafür eine Bürgschaftsurkunde. Mit dieser Urkunde ist abgesichert, dass dem Vermieter im Schadensfall die Kautionssumme ausbezahlt wird.

Beim Auszug aus der Wohnung erhält der Versicherer die Urkunde zurück, damit erlischt auch der Vertrag.

Kommt es während der Kautionsbürgschaft zum Schadensfall, dann verhandeln im ersten Schritt Vermieter und Kautionsversicherung als Dein Bürgen. Diese wendet sich anschließend an Dich und fordert die Kautionssumme von Dir zurück.

Ganz wichtig für Dich zu wissen ist, dass es sich bei dieser Möglichkeit, Mietkaution zu sparen nicht um einen Kredit handelt! Du zahlst mit Deinen Beiträgen also keine Kautionssumme ab, sondern versicherst Dich gegen eventuelle Schäden, die normalerweise mit der Kaution beim Vermieter abgegolten werden.

Letztendlich bezahlst Du dafür, dass der Versicherer im Schadensfall für die Kautionssumme bürgt und für Dich in Vorleistung geht.

Wie hoch sind die Prämien?

Die Höhe der Prämie, die Du für die Kautionsbürgschaft hinlegen musst, hängt von der Höhe der geforderten Mietkaution ab. Auch für den Fall der Bürgschaft gilt, dass der Vermieter maximal drei Monatskaltmieten als Mietkaution verlangen kann.

Die Versicherungsprämie wird in vielen Fällen als prozentualer Anteil berechnet, meist in der Größenordnung von 3,5 bis 5,5 %. Einige Anbieter verlangen zusätzlich einen Sockelbeitrag, bei anderen ist eine Mitgliedschaft die Voraussetzung dafür, dass Du eine Kautionsversicherung abschließen kannst.

Mehr Sicherheit bei Insolvenz!

Neben der grundsätzlichen Entlastung Deines Budgets hat die Kautionsbürgschaft noch einen weiteren Vorteil: Geht Dein Vermieter in Insolvenz oder wird er aus anderen Gründen zahlungsunfähig, dann ist Deine Mietkaution nicht in Gefahr.

Denn ein Urteil des BGH vom 20.12.2007 – AZ. IX ZR 132/06 – besagt, dass für den Fall, dass der Vermieter die Kaution nicht getrennt von seinem sonstigen Vermögen angelegt hat, der Auszahlungsanspruch des Mieters nur eine einfache Insolvenzforderung ist. Das wiederum bedeutet, dass es lange dauern kann, bis Du an Dein Geld kommst.

Den richtigen Anbieter finden

Aktuell kannst Du eine Kautionsbürgschaft bei verschiedenen Dienstleistern abschließen und damit die Mietkaution sparen. Unterschiede gibt es in der Höhe der Beiträge, den allgemeinen Vertragsbedingungen, aber auch in der Abwicklung im Schadensfall.

Der grundsätzliche Ablauf wie die Erstellung einer Bürgschaftsurkunde bleibt dagegen bei allen Anbietern gleich. Wie immer solltest Du auch hier gründlich vergleichen und die Kautionsversicherung wählen, die Dir im Preis-Leistungs-Verhältnis am besten entspricht.

Allen guten Anbietern gemeinsam ist eine schnelle Abwicklung. So kann der Antrag online gestellt werden, die Rückmeldung erfolgt meist sofort, der Vertragsabschluss innerhalb einiger weniger Tage. Dann wird die Bürgschaftsurkunde als Deine Sicherheit zugesandt.

Achte bei den einzelnen Anbietern darauf, ob Dir zusätzlich zu den Jahresprämien Extragebühren berechnet werden.

Die Sache mit der Mietkaution – Regelungen und Fristen

Im Zusammenhang der Kautionsversicherung für Deine neue Wohnung solltest Du Dich über die Rückzahlungsregelungen für die beim alten Vermieter hinterlegte Mietkaution informieren.

Als Regel gilt, dass die Kaution vom Vermieter so bald wie möglich zurückgezahlt werden muss. Sind noch Betriebskosten offen oder müssen Schäden reguliert werden, dann darf der Vermieter einen Teil der Kaution auch einbehalten.

Folgendes solltest Du über die Mietkaution wissen – die folgenden Punkte liefern gleichzeitig jede Menge Gründe dafür, die anfallende Mietkaution durch eine Bürgschaft zu sparen!

  • Die Mietkaution darf maximal in der dreifachen Höhe der Monatskaltmiete gefordert werden.
  • Barkautionen darfst Du in drei Raten an Deinen Vermieter zahlen. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
  • Bist Du mit zwei von drei Raten in Verzug, darf der Mietvertrag fristlos gekündigt werden.
  • Die Mietkaution muss durch den Vermieter angelegt werden. Die Anlage erfolgt mindestens zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz. Die Zinsen stehen Dir bei der Rückzahlung der Kautionssumme zu.
  • Die Kaution muss so bald wie möglich nach dem Ende des Mietverhältnisses zurückgezahlt werden.
  • Sind noch Forderungen offen, hat Dein Vermieter ein Rückhaltungsrecht. Die zurückbehaltene Summe muss der Vermieter zügig abrechnen.

Bist auch Du der Meinung, dass Dein Vermieter ein halbes Jahr Zeit hat, Dir Deine Kaution zurückzuzahlen? Dann irrst Du Dich. Grundsätzlich gilt für die Rückzahlung: So schnell wie möglich, das Amtsgericht Hamburg hat in einem Urteil vom 16.12.2002 – AZ 45 C 74/02 – eine Frist von drei Monaten festgelegt, je nach den Umständen im individuellen Fall kann diese Frist kürzer oder länger sein.

Mietkaution sparen – das sind die Nachteile!

So gut sich eine Kautionsbürgschaft anhört, es gibt auch Nachteile bei dieser Methode. Einer der gravierendsten ist, dass der Vermieter nicht verpflichtet ist, diese Form der Kautionszahlung anzunehmen.

Sagt er nein, dann bleibt Dir nichts übrig als die Mietkaution ganz klassisch mit Bargeld zu bezahlen. Besonders in Großstädten, wo die Wohnungen knapp sind, gibt der Vermieter die Bedingungen vor.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich dann, wenn Du sehr lange in Deiner Wohnung wohnst: Die Versicherungsbeiträge für die Bürgschaft werden jedes Jahr fällig. Das heißt mit jedem Mietjahr wird Deine Kautionsversicherung teurer. An sich nicht so schlimm, nur: Forderungen vom Vermieter musst Du ja dennoch selbst bezahlen.

Kautionsbürgschaft kündigen

Vor allem dann, wenn Du durch Deinen Umzug knapp bei Kasse bist oder nur für einen befristeten Zeitraum in der Wohnung leben willst, macht die Möglichkeit, durch eine Kautionsbürgschaft Mietkaution zu sparen Sinn.

Stimmt Dein Vermieter zu, kannst Du die Mietkautionsbürgschaft innerhalb eines laufenden Mietvertrages übrigens jederzeit in eine Barkaution umwandeln. Dazu ist nötig, dass der Vermieter die Bürgschaftsurkunde an Dich zurückgibt und Du diese dem Versicherer zusendest. Mit dem Eingang erlischt bei vielen Anbietern der Vertrag auch ohne extra Kündigungsschreiben ab diesem Zeitpunkt, die Prämien werden tagesgenau abgerechnet.

Während Du eine Kautionsbürgschaft für ein privates Mietverhältnis jederzeit durch Rücksendung der Bürgschaftsurkunde kündigen kannst, sieht es im gewerblichen Bereich anders aus. Hier gelten klare Kündigungsfristen. Hältst Du die Frist nicht ein, verlängert sich der Bürgschaftsvertrag stillschweigend um ein weiteres Jahr.

In der Regel beträgt die Kündigungsfrist drei Monate zum Ende der Vertragslaufzeit. Genaueres findest Du in den Konditionen des jeweiligen Dienstleisters.