Entrümpelung beim Umzug

Ein Umzug liefert Dir die optimale Gelegenheit, um einmal so richtig auszumisten und Deinen Hausrat zu verkleinern. Die umgangssprachliche Entrümpelung kannst Du auf verschiedene Arten managen, am einfachsten wirst Du überflüssige Möbel und Einrichtungsgegenstände beim Sperrmüll los. Allerdings sind verschiedene Gegenstände von dieser Entrümpelungsart ausgeschlossen, so zum Beispiel Elektrogeräte.

Im folgenden Artikel erfährst Du, wohin Du die einzelnen Müllarten bei Deinem Umzug am besten entsorgen kannst.

Ab auf den Sperrmüll

In früheren Zeiten fand der Sperrmüll ein- oder sogar zweimal pro Jahr ähnlich wie die Sondermüll- oder Altpapierabholung statt. Die zugelassenen Altwaren konnten einfach an die Straße gestellt werden und Müllfahrzeuge sammelten alles ein.

Heute wird das anders gehandhabt. Hast Du an dieser Art der Müllentsorgung Bedarf, dann musst Du Deinen Sperrmüll anmelden.

In der Regel erledigst Du das bei der Stadtverwaltung oder dem Landkreis in der Abteilung Abfallwirtschaft.

Die Abholung erfolgt kostenlos, denn Du hast sie über Deine Müllgebühren bereits gezahlt.

Wichtig für Dich zu wissen ist, was vom Entsorger abgeholt wird. Neben dem reinen Sperrmüll lassen die Kommunen häufig auch haustypischen Schrott wie Eisenabfälle, Fahrradrahmen oder Heizkörper sowie Elektrogeräte zu.

Das ist besonders praktisch, wenn Du beim Umzug Deine Waschmaschine oder Deinen Kühlschrank entsorgen willst. Die Gemeinden haben jeweils eigene Satzungen und Du solltest Dich frühzeitig über Besonderheiten informieren, zum Beispiel auf den Seiten der Kommune oder über Flyer, die in den Ämtern ausliegen.

Grundsätzlich läuft die Entrümpelung per Sperrmüll jedoch überall ähnlich ab:

  • Du meldest Bedarf an. Das geht schriftlich, persönlich oder online. Dazu musst Du Deine Daten mit Abholadresse angeben und erhältst eine sogenannte Sperrmüllkarte zugeschickt. Melde Deinen Bedarf unbedingt rechtzeitig an, die Abteilungen haben dazu verschiedene Fristen, zum Beispiel eine Woche.
  • Je nach zuständiger Behörde gibt es Regeln, wie Du Deinen Sperrmüll dokumentieren musst. Teilweise wird eine genaue Aufstellung des gesamten Abfalls verlangt, auch ein Foto kann Sinn machen. So kannst Du später nachweisen, dass Du nur zulässige Güter an die Straße gestellt hast.
  • Du erhältst mit der Bestätigung für Deine Anmeldung zum Sperrmüll wichtige Hinweise insbesondere auch darüber, bis wann Du Deinen Müllhaufen am Abholtag abgestellt haben musst. Das ist meistens gleich früh am Morgen der Fall, das Fahrzeug kommt in der Regel im Laufe des Vormittags.
  • Damit Dein Sperrmüll nicht durchwühlt wird oder andere Anwohner ihren eigenen Müll dazustellen, solltest Du Deine Entrümpelungsgüter erst kurz vor der Abholung, bzw. am Abholtag an die Straße stellen. Den Lagerort musst Du so wählen, dass das Müllfahrzeug auch gut anfahren und alles einladen kann.
  • Nach der Abholung solltest Du kontrollieren, ob der Entsorger alles mitgenommen hat. Nicht für den Sperrmüll Zulässiges bleibt nämlich stehen. Du hast dann die Pflicht, diese Gegenstände sofort wieder wegzuräumen und anderweitig zu entsorgen.

Die Gemeinden und Entsorger haben sehr klar definiert, was bei Deiner Entrümpelung zum Umzug in den Sperrmüll dürfen, viele Ämter haben eine Online-Auflistung aller Müllarten, in der Du Dich vergewissern kannst, was entsorgbar ist. Im Großen und Ganzen gehören dazu alle Arten von Möbeln, Teppiche und kleberfreie Fußbodenbeläge.

Auch Koffer und Taschen, Innenrollos und Matratzen oder Spielzeug gehören dazu, weiterhin Federbetten, Eimer und andere Behälter aus Kunststoff oder Terrassenmöbel. Nicht in den Sperrmüll darf, was in den Hausmüll gehört, auch Wertstoffe wie Metall oder Papier sowie Elektrogeräte sind ausgeschlossen.

In Gemeinden, in denen nicht nur Sperrmüll, sondern auch Elektrogegenstände und Haushaltsschrott abgeholt werden, musst Du die Müllarten getrennt aufstellen. Dies ist wichtig, da für jede Sorte ein eigenes Spezialfahrzeug anfährt. Achte beim Abstellen darauf, dass der Verkehr nicht behindert wird – auch nicht durch das haltende Entsorgungsfahrzeug für Deine Entrümpelung.

Wertstoffe und Restmüll entrümpeln

Was Teil Deiner Entrümpelung beim Umzug ist, aber nicht in den Sperrmüll darf, kannst Du anderweitig entsorgen. Werden Elektrogeräte und Haushaltsschrott nicht beim Sperrmüll mitabgeholt, bleibt Dir der Wertstoffhof als Abgabestelle.

Auch hier haben die Kommunen verschiedene Regeln. So kannst Du zum Beispiel pro Jahr ein- oder zweimal bei den Kleinannahmestellen Wertstoffe kostenlos abgeben.

An der Sammelstelle gibt es Annahmestellen für die verschiedenen Müllarten, die zum Beispiel im Bereich Elektrogeräte in folgende Gruppen aufgeteilt sein können:

  • Haushaltsgroßgeräte und automatische Ausgabegeräte
  • Kühlgeräte und Ölradiatoren
  • Bildschirme, Monitore, Fernseher
  • Lampen
  • Haushaltskleingeräte und Telekommunikationsgeräte, Unterhaltungselektronik, Leuchten, elektrische und elektronische Werkzeuge, Spielzeuge, Sport- und Freizeitgeräte, Medizinprodukte
  • Photovoltaikmodule

Entsorgst Du beim Umzug Deinen alten PC oder Dein ausgedientes Notebook, dann achte darauf, dass Du alle wichtigen Daten darauf löschst. Wo es Sinn macht, musst Du die Geräte hinsichtlich Batteriebetrieb sortieren und wenn möglich Batterien und Akkus vor der Entsorgung entnehmen – die gehören nämlich in den Sondermüll.

Einen Sonderfall stellen alte Nachtspeicherheizgeräte dar. Für deren Entrümpelung gibt es meist gesonderte Regelungen, da im Innern oft Asbest oder andere gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten sind.

Elektrogroßgeräte kannst Du übrigens nicht nur auf dem Wertstoffhof, sondern auch in Geschäften abgeben, wenn diese bestimmte Bedingungen erfüllen. So muss die Verkaufsfläche mindestens 400 m² betragen, das Geschäft muss natürlich Elektrogeräte verkaufen.

Kaufst Du ein Neugerät, kannst Du das Alte kostenlos abgeben. Liefert der Händler Dein Gerät nach Hause, dann muss er das Altgerät kostenlos mitnehmen und entsorgen. Das musst Du allerdings bereits beim Kauf mit anmelden.

Elektrokleingeräte kannst Du auch ohne Neukauf im Geschäft abgeben, allerdings nur in haushaltsüblichen Mengen. Diese Rücknahmepflicht gilt übrigens auch, wenn Du beim Versandhandel bestellst. Auch hier wichtig: Die vorherige Anmeldung.

Warum eigentlich getrennt entsorgen?

Falls Du Dich fragst, wozu die Mülltrennung eigentlich gut sein soll, gibt es mehr als nur einen Grund.

So enthalten vor allem Elektrogeräte wertvolle Inhaltsstoffe wie Gold, Kupfer oder seltene Erden.

Die können bei einer möglichst genauen Trennung recycelt und wiederverwendet werden. Das schont wichtige und seltene Ressourcen.

Gerade in Elektrogeräten sind oft gesundheits- oder umweltschädliche Stoffe verbaut. Gelangen die – zum Beispiel auf der Mülldeponie – in die Umwelt, dann können sie Boden oder Gewässer verunreinigen und damit die Ökosysteme schädigen.

Wohin mit dem Restmüll?

Auch ohne Entrümpelung fallen beim Umzug oft größere Müllmengen an – dazu gehört auch jede Menge Hausmüll. Häufig ist das so viel, dass eine Entsorgung über die Mülltonne gar nicht möglich ist. Für diesen Fall kannst Du bei der Kommune oder dem örtlichen Abfallentsorger eigens für den Mehrbedarf gedachte Müllsäcke kaufen.

Die Abfallsäcke, die besonders gekennzeichnet sind, stellst Du zur regulären Leerung mit zur Mülltonne. Aber Achtung: Verwendest Du die ganz normalen Abfallsäcke, wie Du sie im Supermarkt kaufen kannst, bleiben diese stehen. Denn mit dem Kauf der städtischen Müllsäcke bezahlst Du gleichzeitig die Gebühr, die für die zusätzliche Müllentsorgung anfällt.