Alles Wichtige über den Bundeswehrumzug

Der Bundeswehrumzug – Wohnungswechsel im Dienst

Bist Du Soldat bei der Bundeswehr, dann kannst Du im Rahmen Deines Vertrages jederzeit versetzt werden.

Das kann im Inland wie auch im Ausland sein. Als Bundeswehrsoldat oder auch als Angehörige hast Du verschiedene besondere Aufgaben vor Dir.

Der Bundeswehrumzug wird außerdem unterstützt. So gibt es Trennungsgeld, Hilfe bei der Wohnungssuche oder die Erstattung von Umzugskosten.

Wie bei jedem anderen Umzug auch kannst Du entweder eine Spedition für Deinen Umzug organisieren oder in Eigenregie umziehen.

Für den ersten Fall empfiehlt es sich, einen Rahmenvertragspartner für Bundeswehrumzüge zu wählen. Denn die bringen das wichtige Know-How für Deinen Umzug mit, weiterhin wird die Erstattung der Umzugskosten deutlich erleichtert.

Der Umzugstermin

Hast Du Deine Versetzungsverfügung oder auch eine Kommandierungs-/ Abordnungsverfügung von Deinem Vorgesetzten erhalten, ist es sicher: Der Bundeswehrumzug steht an.

Mit der Verfügung erhältst Du gleichzeitig eine Zusage zur Umzugskostenerstattung und bist hier auf der sicheren Seite. Steht der Versetzungstermin, dann kannst Du Dir mit Deiner Familie Gedanken machen, wann es mit dem Umzug losgehen soll.

Wann Du am besten umziehst, hängt von Deinen Lebensumständen ab, auch der Wohnungsmarkt an Deinem neuen Arbeitsort spielt eine Rolle. Hast Du Kinder, dann empfiehlt es sich, den Umzug an das neue Schuljahr anzupassen. In diesem Fall kann ein Umzug vor oder nach dem Dienstantritt Sinn machen.

Im letzten Fall kannst Du als „Notlösung“ anfangs ein möbliertes Zimmer mieten und dann von dort aus in Ruhe nach der passenden Wohnung für Dich und Deine Familie suchen.

Die Wohnungssuche

Bei der Suche nach einer neuen Wohnung am Dienstort ist Dir die Wohnungsfürsorge der Standortverwaltung behilflich. Diese solltest Du frühzeitig aufsuchen, da ein Besuch dort auch die Voraussetzung für den Bezug von Trennungsgeld ist.

Dein zuständiger Sachbearbeiter kennt die freien Bundesdarlehens- und Bundesmietwohnungen vor Ort und informiert Dich über Gegebenheiten und Besonderheiten am neuen Wohnort. Weiterhin erhältst Du über den Sachbearbeiter Makleradressen und erste Wohnungsanzeigen aus der Zeitung.

Möchtest Du auf dem freien Markt nach einer Wohnung suchen, dann musst Du intensives Bemühen nachweisen und so schnell wie möglich eine Wohnung finden. Andernfalls kann Dir das Trennungsgeld entzogen werden.

Trennungsgeld als Entschädigung

Wirst Du versetzt und hast bei Dienstantritt noch keine Wohnung für die ganze Familie hast Du zwei Möglichkeiten. Entweder Du pendelst täglich oder Du übernachtest in einem möblierten Zimmer oder der Kaserne.

Im zweiten Fall erhältst Du als Entschädigung auf Antrag Trennungsgeld. Darauf hast Du Anspruch, musst allerdings innerhalb eines Jahres den entsprechenden Antrag stellen und Belege vorlegen, die Deine Ausgaben im Zusammenhang mit der räumlichen Trennung nachweisen.

Dein weiterer Anspruch entfällt, wenn Du Dich nicht ausreichend um eine geeignete Wohnung an Deinem Dienstort bemühst. Die Höhe des Trennungsgeldes ist zeitlich gestaffelt.

So erhältst Du in den ersten 14 Tagen nach Dienstantritt Trennungsgeld in Höhe der Reisekostenvergütung, die Dir bei einer vergleichbaren Dienstreise zustehen würden. Ab dem 15. Tag wird das Trennungsgeld von Deinen nachweislichen Ausgaben und Deinen persönlichen Verhältnissen abhängig.

Du erhältst Trennungstagegeld zur Entschädigung für die anfallenden Verpflegungskosten und Trennungsübernachtungsgeld – allerdings nur in Höhe der nachweislichen Miete und bis zur ortsüblichen Höchstmiete.

Der Anspruch auf Trennungsgeld erlischt, wenn Du in eine zumutbare und angemessene Wohnung am Dienstort oder in einer Umgebung von bis zu 30 km einziehen kannst, also in der Regel mit Beginn des Mietvertrages. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob Du zu diesem Zeitpunkt tatsächlich einziehst.

Ausnahmen können Härtefälle sein, die Dich am Umzug hindern zum Beispiel eine schwere Erkrankung, Beschäftigungsverbote, Schul- und Berufsausbildung eines Kindes im Haushalt oder Schul- und Berufsausbildung des Ehegattens.

Je nach Einzelfall gibt es vielfältige Regelungen rund um das Trennungsgeld. Du solltest Dich deshalb auf jeden Fall ausführlich zu Deinem persönlichen Bundeswehrumzug informieren und beraten lassen. Ansprechpartner ist Dein Sachbearbeiter in der Truppen- oder Standortverwaltung.

Umzugskostenerstattung beim Bundeswehrumzug

Unabhängig davon wie Du Deinen Umzug gestaltest, erstattet Dir Dein Arbeitgeber die Umzugskosten. Du kannst also selbst wählen, welche Spedition Du beauftragst.

Auch ein Umzug in Eigenregie ist möglich, dann werden Dir allerdings nicht die tatsächlichen Auslagen, sondern lediglich Pauschalbeträge erstattet. Nachteilig daran ist, dass ein Bundesumzug in Eigenregie als Privatangelegenheit gilt und Unfälle nicht anspruchsfähig bei Deinem Dienstherrn sind.

Weitere Nachteile kann es in Fragen der Haftung bei Schäden geben, auch die Beschäftigung der Umzugshelfer und deren Versicherung braucht einiges an Aufmerksamkeit und bestimmte vorsorgliche Maßnahmen.

Entscheidest Du Dich für einen Umzug mit Spedition hast Du hinsichtlich der Wahl des Umzugsunternehmens für Deinen Bundeswehrumzug verschiedene Möglichkeiten zur Abrechnung:

  • Bei der Abrechnung nach Rahmenvertrag wählst Du eine der Speditionen, die bei der Bundeswehr unter Vertrag stehen. Die Liste kannst Du bei der Dienststelle einsehen. Wählst Du einen Vertragsspediteur aus, musst Du zur Abrechnung das Speditionsangebot und eine Umzugsliste bei Deiner Dienststelle vorlegen.
  • Wählst Du eine andere Spedition oder führst Deinen Umzug in Eigenregie durch, dann wird mit Pauschalbeträgen abgerechnet. Diese errechnen sich nach Umzugsvolumen und Entfernung von der alten zur neuen Wohnung. Wird Dein Umzug billiger als der zugestandene Pauschalbetrag, kannst Du die Differenz steuerfrei behalten.

Unabhängig davon, welche Abrechnungsart Du wählst, spielt für die Kostenerstattung das Volumen Deines Umzugsguts eine große Rolle. Dazu gehören alle Möbel und Einrichtungsgegenstände, aber auch andere bewegliche Gegenstände oder Haustiere.

Lass Dich frühzeitig beraten, so erfährst Du alle wichtigen Punkte rund um Dein Umzugsgut, die Abrechnung sowie alle weiteren Punkte, die beim Bundeswehrumzug eine Rolle spielen.

Damit Deine Umzugskosten erstattet werden, musst Du die komplette Abrechnung innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Umzuges bei der zuständigen Stelle einreichen. Versäumst Du diese Frist, ist es zu spät, Ausnahmen oder Härtefälle gibt es hier nicht.

Richtig ummelden!

Wie zu jedem anderen Umzug auch, gehört auch das Ummelden Deines Wohnsitzes zum Bundeswehrumzug dazu. Es ist ausreichend, wenn Du Dich und Deine Angehörigen am neuen Wohnsitz anmeldest, eine gesonderte Abmeldung ist nicht nötig – dies gilt zumindest bei Umzügen innerhalb Deutschlands.

Zusätzlich gibt es eine Besonderheit: Wehrpflichtige, die auch nach der Vollendung des 32. Lebensjahres noch der Wehrüberwachung unterliegen, dazu gehören Unteroffiziere und Offiziere, müssen beim Kreiswehrersatzamt jede Änderung des Wohnsitzes melden und das innerhalb einer Woche.

Der Bundeswehrumzug ins Ausland

Steht eine Versetzung ins Ausland an, dann steht Dir das Bundesamt für Umweltschutz, Infrastruktur und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw KompZ TM Bw – TM 2.3) hilfreich zur Seite.

Du erhältst natürlich eine Umzugskostenerstattung und Trennungsgeld. Aufgrund der Komplexität eines Auslandsumzuges und der Vielzahl der bürokratischen Anforderungen wird jeder Bundeswehrumzug ins Ausland individuell betrachtet.

Große Unterschiede gibt es zum Beispiel zwischen dem Umzug innerhalb der EU und im dem Umzug in ein Nicht-EU-Land. In allen Fällen wichtig ist es für Dich, Dich frühzeitig beraten und unterstützen zu lassen.