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Beruflich bedingter Umzug – Welche Ansprüche kann ich einfordern?

Ziehst Du aus beruflichen Gründen um, dann gibt es in der Regel verschiedene Möglichkeiten, wie Du die entstehenden Kosten mindern, bzw. Dir Unterstützung holen kannst.

Neben dem steuerlichen Aspekt – Du kannst die Kosten für den berufsbedingten Umzug in Deiner Steuererklärung geltend machen – kannst Du Dir finanzielle Unterstützung beim Arbeitgeber oder bei der Agentur für Arbeit holen.

Meist gewährt Dir Dein Chef auch Sonderurlaub, damit Du Deinen Umzug so schnell wie möglich über die Bühne bringen kannst.

Wann ist ein Umzug berufsbedingt?

Damit Dein Umzug als berufsbedingt gilt, musst Du nicht unbedingt den Arbeitsplatz wechseln. Wichtig ist lediglich, dass sich durch den Umzug Deine berufliche Situation verbessert, bzw. Du auf berufliche Veränderungen reagierst.

Mit folgenden Gründen fällt Dein Umzug unter diese Kategorie:

  • Verkürzt sich Dein Arbeitsweg durch den Umzug deutlich um jeweils mindestens eine halbe Stunde pro Strecke, dann gilt der Umzug beruflich bedingt. Die Wegstrecke spielt dabei keine Rolle, es kommt nur auf die Zeiteinsparung an. Diese Regel gilt übrigens auch innerhalb einer Stadt oder Gemeinde. Du brauchst also nicht den Wohnort zu wechseln.
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen kannst Du ebenfalls in Einzelfällen geltend machen. Dazu musst Du jedoch genau nachweisen, warum der Umzug eine Verbesserung bringt.
  • Als Rückkehrer aus dem Ausland kannst Du ebenfalls den berufsbedingten Umzug geltend machen, allerdings nur dann, wenn Du für eine neue Arbeitsstelle in Deutschland zurückgekehrt bist.

Der wichtigste Grund für einen berufsbedingten Umzug bleibt allerdings sicher der Wechsel der Arbeitsstelle in eine andere Stadt oder der Umzug des Firmenstandortes. Natürlich gilt auch Dein Umzug im Rahmen einer Versetzung an einen anderen Standort als berufsbedingt.

Auch die Anmietung einer zweiten Wohnung wird beruflich bedingt anerkannt. Für diesen Fall kannst Du neben den Kosten für den Umzug auch dauerhaft eine doppelte Haushaltsführung geltend machen.

Umziehen zum richtigen Zeitpunkt

Damit das Finanzamt oder die Behörden einen Umzug als berufsbedingt anerkennen, muss der Antritt der neuen Arbeitsstelle vor dem Umzug liegen.

Da dies organisatorisch einige Probleme mit sich bringt, muss zumindest Dein neuer Arbeitsvertrag unterschrieben sein, bevor Du eine neue Wohnung anmietest und umziehst. Entscheidend ist hierbei das Datum der Unterschrift.

Geht es um eine Versetzung oder einen Standortwechsel Deiner Firma, solltest Du das ebenfalls schriftlich haben. Auch hier spielt das Datum eine wichtige Rolle: Es sollte ebenfalls deutlich vor Deinem Umzugstermin liegen.

Welche Kosten kannst Du steuerlich absetzen?

Je nachdem, ob Du festangestellt oder selbständig bist, gibst Du die Kosten für den berufsbedingten Umzug in Deiner Steuererklärung unterschiedlich an. Während ein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter die Kosten als Werbungskosten absetzt, sind es für den selbständigen Unternehmer oder Freiberuflicher Betriebsausgaben.

Absetzfähig sind folgende Ausgaben:

  • Kosten für den eigentlichen Umzug wie Speditionskosten, Anmietung eines Umzugswagens oder Kosten für das Umzugsunternehmen
  • Reisekosten für die Besichtigung von Wohnungen und die Vorbereitung des Umzuges vor Ort; dazu gehören Fahrtkosten, Verpflegung, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten wie Park- und Schließfachgebühren
  • Doppelte Miete für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten
  • Maklergebühren für die Suche und Vermittlung einer Mietwohnung (nicht für den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung!)
  • Anschaffungskosten für einen Herd sowie Einzelöfen
  • Unterrichtskosten und Nachhilfe für Deine Kinder, die nötig werden, weil durch den Umzug in ein anderes Bundesland Nachholbedarf vorhanden ist. Die Höchstgrenze beträgt aktuell 1.841 Euro (Stand Juni 2016) pro Kind
  • Umzugspauschale für sonstige Umzugskosten wie Telefonanschluss, Kfz-Ummeldung, Trinkgelder für Umzugshelfer, Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung

Unser Tipp: Oft streicht das Finanzamt die angegebenen Umzugskosten einfach weg, weil es davon ausgeht, dass Dein Arbeitgeber den Umzug bezahlt hat. Um das von vornherein auszuhebeln, kannst Du Dir vom Arbeitgeber bescheinigen lassen, dass er sich nicht oder nur teilweise an den Umzugskosten beteiligt hat.

Ebenfalls wichtig: Hebe alle Belege aus, die die Kosten für Deinen Umzug betreffen. Sie dienen als Nachweis für das Finanzamt.

Umzugskostenpauschalen

Pro Umzug darf jeder, der Steuern zahlt, die Umzugskostenpauschale für den berufsbedingten Umzug ansetzen. Du hast die Wahl, ob Du die tatsächlichen Kosten oder die Umzugspauschale für sonstige Umzugskosten in Deiner Steuererklärung angibst. Die Pauschale lohnt sich logischerweise immer dann, wenn die tatsächlichen Kosten geringer sind als die Pauschale.

Das Bundesfinanzministerium erhöht die Pauschale regelmäßig, steht in der Zeit Deines Umzugs eine Erhöhung an, lohnt es sich, stichtagsgenau umzuziehen. Denn für die Gewährung der Pauschale zählt der Tag, an dem Du Deinen Umzug beendet hast.

Die Umzugspauschale wurde letztmalig im März 2015 geändert, es gelten folgende Summen:

  • Verheiratete und Lebenspartner: 1.460 Euro
  • Singles: 730 Euro

Pro Kind und sonstigen Angehörigen erhöht sich der Betrag um 322 Euro. Ziehst Du innerhalb der letzten fünf Jahre schon zum zweiten Mal aus beruflichen Gründen um, dann erhöht sich die Pauschale für Dich um 50 %.

Die Umzugskostenpauschale für Verheiratete darfst Du übrigens auch dann nutzen, wenn Du verwitwet oder geschieden bist. Auch Alleinerziehende mit Kind profitieren von dem höheren Wert, da das erste Kind vom Finanzamt wie ein Ehegatte oder Lebenspartner gerechnet wird.

Wenn privat und beruflich sich mischen

Beruflich geht vor privat. Das bedeutet für Dich, dass ein beruflicher Anlass zählt, wenn es um die Geltendmachung Deiner Ausgaben geht. Das Finanzamt kann die Berücksichtigung nicht ablehnen, nur weil Dein Umzug vielleicht zusätzlich auch private Gründe wie eine neue Beziehung oder eine Trennung hat.

Ist einer der Punkte, die einen berufsbedingten Umzug nachweisen unstrittig vorhanden, dann muss das Finanzamt die Umzugskosten als Werbekosten oder Betriebsausgabe anerkennen (BFH-Urteile, Aktenzeichen: VI R 175/99 und VI R 189/97).

Umzugskostenerstattung – Ansprüche bei der Agentur für Arbeit

Beziehst Du Arbeitslosengeld I oder II und musst für Deinen neuen Job umziehen, dann gilt das beim Jobcenter als beruflich bedingter Umzug, für den das Amt die Kosten nach bestimmten Regeln übernimmt. Eine davon ist, dass eine Erstattung nur gewährt wird, wenn Du Deinen Umzug vorher genehmigen lässt.

Die Gründe, die das Jobcenter für einen beruflich bedingten Umzug anerkennt, sind weitgehend die Gleichen, die auch bei der Geltendmachung der Umzugskosten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben zum Tragen kommen.

Damit Du die Erstattung als ALG II-Bezieher erhältst, musst Du Dir vor der Unterzeichnung des Mietvertrags die schriftliche Genehmigung vom Jobcenter holen. Diese wird Dir unter Vorlage des Arbeitsvertrages mit ziemlicher Sicherheit auch erteilt, wenn die Fahrzeit von Deiner jetzigen Wohnung aus zur Arbeitsstelle 2,5 Stunden pro Tag überschreitet.

Nicht ausreichend für einen Anspruch ist die Aussicht auf eine neue Arbeitsstelle durch den Umzug oder ein Umzug aufgrund eines befristeten Arbeitsvertrages. Auch hinsichtlich der Arbeitszeit stellt die Behörde Bedingungen, die Arbeitszeit pro Woche muss mindestens 29 Stunden betragen.

Für Deinen Umzug werden folgende Kosten übernommen:

  • Wohnungsbeschaffungskosten
  • Maklergebühren für das Auffinden einer Mietwohnung
  • Materialkosten für Schönheitsreparaturen und Renovierungsarbeiten an der alten Wohnung
  • Transportkosten für den Umzug mit Höchstgrenze
  • Verpflegungskosten für Umzugshelfer

Für Umzüge innerhalb Deutschlands werden Dir maximal 4.500 Euro erstattet, generell entscheidet Dein Sachbearbeiter wie viel Umzugskostenbeihilfe Dir gewährt wird. Vorsichtig solltest Du bei der Beauftragung eines Umzugsunternehmens sein. Die Kosten werden vom Jobcenter nur dann bezahlt, wenn Du nachweislich körperlich nicht in der Lage bist, selbst mit anzupacken.

Mehr zum Thema Umzug mit dem Jobcenter kannst Du in unserem ausführlichen Artikel “Umzug vom Jobcenter bezahlen lassen – alle Fragen & Antworten” nachlesen.

Umzugskosten vom Arbeitgeber

Ob Du einen Rechtsanspruch darauf hast, vom Arbeitgeber Deine Umzugskosten erstattet zu bekommen, ist stark vom Einzelfall abhängig. Rein rechtlich hast Du einen Anspruch, wenn Dein Arbeitgeber von Dir verlangt, dass Du aus betrieblich-unternehmerischen Gründen umziehst und das auch vertraglich festlegt.

Die Rechtsgrundlage bildet das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) § 670 „Ersatz von Aufwendungen”. Ziehst Du um, um es Dir leichter zu machen, zum Beispiel, indem Du Deinen Fahrweg zur Arbeitsstelle verkürzt oder um beruflich erfolgreicher zu sein. Das kann etwa der Fall sein, wenn für eine Beförderung ein Umzug erforderlich ist.

Wenn Dir Dein Arbeitgeber eine Erstattung gewährt, dann sind diese im Rahmen der aktuellen gesetzlichen Höchstbeträge steuerfrei (§ 3 Nr. 16 EStG), Erstattungen über dem Höchstbetrag musst Du wie Deinen Arbeitslohn bzw. Dein Gehalt versteuern.

Generell gilt: Die Erstattung darf nicht höher sein als der Betrag, den Du als Werbungskosten hättest angeben können. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Deine Angaben zu prüfen, Du solltest ihm also Quittungen und Belege über Deine Kosten zur Verfügung stellen, eine Kopie der Belege gehört in Deine Akte zum Lohnkonto.

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