Die Agentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit – früher als Arbeitsamt bekannt – hat ihren Hauptsitz in Nürnberg.

Jeder lokale Bezirk hat eine eigene Agentur für Arbeit, auf regionaler Ebene werden die Dienststellen als Regionaldirektionen bezeichnet.

Die Agentur für Arbeit regelt alles, was zum Arbeitsmarkt gehört, also zum Beispiel Arbeitsvermittlung oder Arbeitsförderung, die Bundeagentur ist außerdem für die Arbeitslosenversicherung und viele weitere Leistungen zuständig.

Sobald Du bei der Agentur gemeldet bist bzw. Leistungen beziehst, bist Du verpflichtet, Dich bei einem Umzug umzumelden. Das gilt ebenso, wenn Du innerhalb eines Zuständigkeitsbereiches umziehst wie bei Umzügen in andere Bundesländer oder ins Ausland.

Die Aufgaben der Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit ist für Dich Ansprechpartner, wenn es um den Bezug von Leistungen geht, ebenso unterstützt Dich die Behörde bei der Suche nach einem Arbeitsplatz.

Du kannst dort sogenannte Leistungen der aktiven Arbeitsförderung beantragen wie zum Beispiel Eingliederungszuschüsse, Förderungen zur beruflichen Weiterbildung, Umschulungen, Lohnkostenzuschüsse oder Erstattungen für Bewerbungen und Fahrten zu Vorstellungsgesprächen.

Auch für Beihilfen bei der Aufnahme einer neuen Arbeitsstelle oder für Deinen Umzug ist die Behörde zuständig. Wenn Du in der Ausbildung bist oder eine Ausbildungsstelle suchst, ist das Amt für Dich die richtige Anlaufstelle.

Finanziert wird die gesamte Behörde hauptsächlich über die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigen und deren Arbeitgeber anteilig bezahlen.

Mit diesen Beiträgen werden die wichtigsten Aufgaben des Amtes finanziert, weiterhin werden aus diesen Geldern die Versicherungsleistungen wie Arbeitsberatung, Arbeitsvermittlung und Arbeitslosengeld bezahlt.

Die Arbeitsagentur beim Umzug

Bist Du sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder selbständig, hast Du mit der Arbeitsagentur oft wenig zu tun. Im Falle eines Umzuges musst Du dann auch keine Adressänderung mitteilen. Anders liegt der Fall, wenn Du arbeitssuchend bist oder Leistungen beziehst. Besonders im zweiten Fall musst Du – um finanzielle Nachteile zu vermeiden – Deinen Umzug möglichst frühzeitig bei der Behörde melden. Bist Du arbeitslos ohne Bezüge ist die Ummeldung ebenfalls wichtig, denn nur so können Dir die Rentenversicherungszeiten als Meldezeiten angerechnet werden.

Für die Ummeldung gibt es verschiedene Varianten:

  • Ziehst Du innerhalb der Zuständigkeit Deiner bisherigen Arbeitsagentur um, kannst Du Deine Adressänderung persönlich mitteilen.
  • Du kannst der Agentur Deinen Umzug per Brief mitteilen.
  • Auch die telefonische Mitteilung Deiner neuen Adresse bei der Agentur für Arbeit ist möglich.
  • Schließlich kannst Du den Online-Formulardienst der Agentur nutzen.

Vergewissere Dich in jedem Fall, dass Deine Ummeldung auch beim Amt angekommen ist, damit Dein Leistungsbezug lückenlos bleibt.

Der schriftliche Weg ist ideal, damit kannst Du nachweisen, dass Du die Fristen eingehalten hast. Ideal ist es, wenn Du Dich bereits eine Woche vor Deinem Umzug an die Arbeitsagentur wendest und Deinen Wohnortwechsel meldest.

Ist nach Deinem Umzug eine andere Arbeitsagentur zuständig als bisher, musst Du Dich dort frühzeitig melden. Das ist wichtig, da es sonst sein kann, dass für Dich in der „Lücke“ der Leistungsanspruch entfällt.

Für die Agentur für Arbeit zählt vor allem, dass Du als Arbeitsloser mit Leistungsbezug jederzeit für die Vermittlung zur Verfügung stehst. Ist das – aus Gründen, die Du zu verantworten hast – nicht der Fall, kann Dir die Leistung gekürzt werden.

Umzug ins Ausland – Meldung bei der Arbeitsagentur

Beziehst Du Arbeitslosengeld, musst Du einige besondere Punkte beachten, wenn Du umziehen willst. Aber auch dann, wenn Du in Deutschland Deinen Job kündigst und als Arbeitsloser ohne Bezüge von ALG I ins Ausland umziehen möchtest, lohnt sich die Meldung bei der Arbeitsagentur.

Denn damit sicherst Du Dir – wenn alle weiteren Voraussetzungen stimmen – einen Anspruch, falls Du nach Deutschland zurückkehren willst.

Grundsätzlich lohnt es sich bei solchen und anderen besonderen Fällen persönlich beim Arbeitsamt vorzusprechen und das weitere Vorgehen zu klären. Der Sachbearbeiter kann Dich auch darüber informieren, welche Möglichkeiten zum Leistungsbezug in Deinem individuellen Fall vorhanden sind.

Hast Du einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I, kannst Du beim Umzug ins Ausland (wie auch bei Inlandsumzügen) mit Arbeitsaufnahme außerdem die sogenannten Mobilitätshilfen beantragen. Diese Leistungen können auf vorherigen Antrag gewährt werden, wenn Du im Ausland bereits eine neue Arbeitsstelle hast.

Die Mobilitätshilfen der Arbeitsagentur

Steht Dein Umzug in Zusammenhang mit einer neuen Arbeitsstelle, gewährt die Arbeitsagentur Leistungen, die Du jeweils beantragen musst. Auch in anderen Fällen kannst Du von der Agentur Beihilfen auf Antrag erhalten.

Ob und in welcher Höhe Du Leistungen erhältst, hängt jeweils von Deinem individuellen Fall ab, grundsätzlich gibt es Mobilitätsbeihilfen nur, wenn der neue Job eine sozialversicherungspflichtige Stelle ist.

  • Die Übergangsbeihilfe dient dazu, entstehende Einkommenslücken zu Beginn der Beschäftigung zu schließen und wird als Darlehen gewährt. Für den Antrag benötigst Du einen Arbeitsvertrag.
  • Arbeitskleidung oder Arbeitsgeräte kannst Du Dir von der Agentur für Arbeit mit der Ausrüstungsbeihilfe finanzieren lassen. Sie wird gewährt, wenn Du sonst die Beschäftigung nicht aufnehmen kannst.
  • Reisekostenbeihilfe erhältst Du für die erste Fahrt zur neuen Arbeitsstätte oder für andere Fahrt- und Reisekosten im Zusammenhang mit Deiner Arbeit.
  • Fahrkostenbeihilfe ist eine Leistung der Arbeitsagentur mit der Deine Mobilität unterstützt wird, wenn Dein Arbeitsweg sehr weit ist. Diese Beihilfe ist auf sechs Monate begrenzt, danach musst Du die Kosten selbst übernehmen oder umziehen.
  • Trennungskostenbeihilfe wird Dir gewährt wird, wenn eine tägliche Heimfahrt für Dich aufgrund des weiten Arbeitsweges (mehr als 2,5 Stunden je Arbeitstag) nicht zumutbar ist.
  • Umzugskostenbeihilfe erhältst Du dann von der Agentur für Arbeit, wenn Du berufsbedingt umziehen musst – zum Beispiel, wenn die Fahrtkostenbeihilfe ausläuft.

Für den Bezug dieser Leistung musst Du einen Antrag stellen, eine Bedingung für die Gewährung ist, dass Du die Beihilfe innerhalb von zwei Jahren nach der Arbeitsaufnahme beantragst.

Als beruflich notwendig betrachtet die Agentur Deinen Umzug dann, wenn die Arbeitsstelle außerhalb des Tagespendelbereiches liegt. Erstattet werden die reinen Transportkosten, alle anderen Ausgaben beim Umzug wie der Auf- und Abbau der Möbel oder das Packen Deiner Umzugskisten sind nicht erstattungsfähig.

Eine Ausnahme macht die Agentur, wenn Du motorisch eingeschränkt bist. Du musst mit dem Antrag drei Kostenvoranschläge einreichen, das jeweils wirtschaftlichste Angebot wird dann für die Berechnung der Beihilfe berücksichtigt.

Die Beihilfe wird direkt an das Umzugsunternehmen überwiesen, alternativ können auch die Kosten für einen Umzugstransporter oder Umzugs-Lkw erstattet werden.

Viele der genannten Beihilfen sind in ihrer Gewährung wie auch in ihrer Höhe eine Ermessensentscheidung des Sachbearbeiters. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich vorbereitest und Deine Anträge jeweils sachlich gut begründest. Das gilt auch für die Beihilfe zu Deinem Umzug.